Park & Garten

Pfaueninsel Berlin

Pfaueninsel Berlin
Pfaueninsel, 14109 Berlin Webseite Tickets
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Die Pfaueninsel in Berlin zählt zu den romantischsten und zugleich naturnahsten Ausflugszielen der deutschen Hauptstadt. Die etwa 67 Hektar große Insel in der Havel im Ortsteil Wannsee verbindet preußische Geschichte, Landschaftsgartenkunst und ungestörte Natur auf einzigartige Weise. Freilaufende Pfauen, Jahrhunderte alte Eichen und ein kleines Schloss im Ruinenstil machen den Ort zu einem Ort der Ruhe, der von der Hektik der Großstadt weit entfernt wirkt. Seit 1990 gehört die Pfaueninsel zum UNESCO-Welterbe „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“. Wer Natur, Architektur und Geschichte an einem Tag erleben möchte, findet hier eines der stimmungsvollsten Ziele Berlins.

Geschichte der Pfaueninsel

Lange bevor die Pfaueninsel ihren heutigen Namen erhielt, war das Eiland als Kaninchenwerder bekannt. König Friedrich Wilhelm I. betrieb hier eine Kaninchenzucht. Archäologische Funde belegen jedoch, dass Menschen bereits vor etwa 2500 Jahren auf der Insel siedelten. Im 17. Jahrhundert ließ der Große Kurfürst hier eine Glashütte errichten, in der der berühmte Alchemist und Glasmacher Johannes Kunckel experimentierte. Nach einem Brand und dem Tod seines Förderers verfiel die Insel für etwa hundert Jahre.

1793 erwarb König Friedrich Wilhelm II. die Insel und ließ zwischen 1794 und 1797 ein kleines Lustschloss für sich und seine Vertraute Wilhelmine Enke, die spätere Gräfin Lichtenau, errichten. Der Zimmermeister Johann Gottlieb Brendel schuf einen Fachwerkbau, der wie ein verfallenes römisches Landhaus wirken sollte – die Wände aus bemaltem Holz täuschten Marmor vor. Die Insel erhielt ihren Namen durch die angesiedelten Pfauen, deren Nachkommen bis heute frei herumlaufen.

Unter Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise wurde die Pfaueninsel weiter ausgebaut. Ab 1818 gestaltete der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné die Insel zu einem englischen Landschaftspark um. 1821 legte er den ältesten Rosengarten Berlins an. In den 1820er- und 1830er-Jahren entstanden weitere Bauten, darunter das Kavalierhaus nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel und das Palmenhaus, das 1880 abbrannte. Eine Menagerie mit hunderten exotischen Tieren bildete später den Grundstock des Berliner Zoologischen Gartens. Seit 1924 steht die Insel unter Naturschutz und seit 1990 unter dem Schutz der UNESCO.

Highlights der Pfaueninsel

Das Schloss Pfaueninsel ist das architektonische Herzstück. Der weiße Bau mit seinen Türmen und der verbindenden Brücke wirkt wie eine märchenhafte Kulisse. Die Innenräume im frühklassizistischen Stil sind original erhalten und nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen. Nach einer umfangreichen Sanierung von 2021 bis 2025 ist das Schloss wieder zugänglich.

Der Landschaftspark von Peter Joseph Lenné bietet weitläufige Wiesen, Baumgruppen und Blickachsen über die Havel. Rund 400 alte Eichen prägen das Bild, darunter viele Höhlenbäume, die seltenen Käferarten und Vögeln Lebensraum bieten. Der Rosengarten aus dem Jahr 1821 erblüht im Sommer in intensiven Farben. Freilaufende Pfauen begegnen Besuchern auf den Wegen und Wiesen und gehören zu den bekanntesten Motiven der Insel.

Weitere sehenswerte Bauten sind das Kavalierhaus mit seiner gotischen Fassade, die Meierei im Stil einer Klosterruine und der Luisentempel. Wasserbüffel grasen als natürliche Rasenmäher auf den Wiesen. Die Insel ist gleichzeitig Naturschutz- und FFH-Gebiet, sodass Flora und Fauna besonders geschützt sind. Hunde und Fahrräder sind nicht erlaubt, was die ruhige Atmosphäre zusätzlich bewahrt. Ein Rundweg von etwa 2,5 Kilometern führt einmal um die Insel und eröffnet immer neue Perspektiven auf Wasser, Wald und Architektur.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zur Pfaueninsel

Die Pfaueninsel ist nur mit der Fähre zu erreichen. Die Fähre verkehrt von März bis Oktober täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr und von November bis Februar täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr. An Neujahr gelten die Zeiten 11:00 bis 16:00 Uhr. Die letzte Überfahrt zur Insel findet jeweils 45 Minuten vor Betriebsschluss statt. Das Schloss ist von April bis Oktober dienstags bis sonntags von 10:00 bis 17:30 Uhr geöffnet und montags geschlossen. Führungen finden nur an ausgewählten Terminen statt und sind oft früh ausgebucht.

Ein Fährticket inklusive Inseltageskarte kostet 6 Euro, ermäßigt 5 Euro. Die Familienkarte für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder bis 18 Jahre beträgt 12 Euro. Tickets für das Schloss (8 Euro, ermäßigt 6 Euro) werden nur tagesaktuell im Fährhaus verkauft. Online-Vorverkauf für die Fähre ist möglich und spart Wartezeit. Hunde und Fahrräder sind nicht gestattet.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: S-Bahn S1 oder S7 bis Bahnhof Wannsee, von dort Bus 218 bis zur Endhaltestelle Pfaueninsel. Die Fahrt dauert etwa zehn Minuten. Mit dem Auto stehen öffentliche Parkplätze am Nikolskoer Weg zur Verfügung. Die Fähre „Luise“ überquert die Havel in wenigen Minuten. Die Adresse lautet Pfaueninsel, 14109 Berlin.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Pfaueninsel

In unmittelbarer Nähe der Pfaueninsel liegt Schloss Glienicke mit seinem Park, ebenfalls Teil des UNESCO-Welterbes. Die Glienicker Brücke, bekannt als ehemalige Agentenaustauschbrücke, verbindet Berlin und Potsdam. Der Park Babelsberg und Schloss Babelsberg sind nur wenige Kilometer entfernt und bieten weitere preußische Landschaftsgärten. Der Wannsee mit seinen Stränden und der Villa am Wannsee laden zu Spaziergängen und Bootsfahrten ein. Der Nikolskoe mit der Kirche St. Peter und Paul und dem gleichnamigen Ausflugslokal liegt unweit der Anlegestelle und bietet Ausblicke über die Havel. Der Grunewaldturm und der Teufelsberg sind für Wanderungen und Panoramablicke gut erreichbar. Wer die königliche Kulturlandschaft weiter erkunden möchte, kann von hier aus leicht nach Potsdam und Sanssouci weiterreisen.

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