Badeschiff
Direkt an der Spree, auf Höhe des Arena Berlin in Treptow, liegt eines der ungewöhnlichsten Freizeiterlebnisse der Stadt: das Badeschiff. Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnliches Schwimmbad wirkt, ist in Wirklichkeit ein umgebauter ehemaliger Frachtkahn, der in den Fluss eingelassen wurde und so einen Pool mitten im Wasser der Spree bildet, ohne dass das Flusswasser selbst zum Schwimmen genutzt wird. Rund um den schwimmenden Pool erstreckt sich ein künstlich angelegter Sandstrand mit Liegestühlen, Palmen in Kübeln und einer Strandbar, die im Sommer ein Flair erzeugt, das eher an die Ostsee oder das Mittelmeer erinnert als an die Industriekulisse Berlins. Auf der gegenüberliegenden Flussseite erheben sich die Gebäude der Arena Berlin und das Postbahnhof-Areal, während im Hintergrund die Silhouette der Stadt und gelegentlich vorbeifahrende Ausflugsschiffe das urbane Flair unterstreichen. Das Badeschiff hat sich seit seiner Eröffnung zu einem der meistfotografierten Orte für Berlin-Besucher entwickelt, die abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten ein Stück unkonventioneller Stadtkultur suchen, und zählt zugleich zu den beliebtesten Treffpunkten junger Berliner an warmen Abenden.
Geschichte von Badeschiff
Die Idee zum Badeschiff entstand Anfang der 2000er-Jahre im Rahmen eines größeren Projekts zur kulturellen und städtebaulichen Aufwertung der Spreeufer in Treptow, einem Gebiet, das nach dem Ende der DDR und der Wiedervereinigung zunächst brachlag und von zahlreichen ungenutzten Industrie- und Hafenflächen geprägt war. Initiiert wurde das Projekt von den Künstlern und Stadtplanern Susanne Lorenz und Thomas Freiwald im Rahmen der Initiative Kunst- und Kulturbüro, die mit ungewöhnlichen temporären Interventionen neues Leben an die vernachlässigten Ufer bringen wollten. Als Grundlage diente ein ausgemusterter Schubleichter, ein ehemaliges Frachtschiff aus Stahl, das umgebaut und mit einem großen Pool-Becken ausgestattet direkt im Flussbett der Spree verankert wurde, sodass das schwimmende Becken optisch über dem Fluss zu stehen scheint. Die Eröffnung im Jahr 2004 war ursprünglich als temporäres Kunst- und Kulturprojekt gedacht, entwickelte sich aber aufgrund der großen Beliebtheit schnell zu einer dauerhaften Einrichtung, die inzwischen von einem eigenen Betreiberteam unter dem Namen Arena Badeschiff weitergeführt wird. In den folgenden Jahren wurde die Anlage kontinuierlich erweitert, unter anderem um eine Strandbar, zusätzliche Liegeflächen und eine Winterwellness-Zone, sodass das Badeschiff heute ganzjährig genutzt werden kann. Diese Wandlung von einer ursprünglich experimentellen Zwischennutzung zu einer festen Institution im Berliner Freizeitangebot gilt als Beispiel für die kreative Stadtentwicklung, die den Bezirk Treptow in den vergangenen zwei Jahrzehnten maßgeblich geprägt hat.
Highlights von Badeschiff
Das zentrale Highlight ist selbstverständlich der schwimmende Pool selbst, ein rund 32 Meter langes Becken mit gechlortem Wasser, das trotz seiner Lage mitten in der Spree vollständig von dieser abgeschottet ist und somit unabhängig von der Wasserqualität des Flusses betrieben werden kann. Rund um das Becken erstreckt sich der aufgeschüttete Sandstrand, auf dem Besucher auf Liegestühlen entspannen, Beachvolleyball spielen oder sich an der Strandbar mit kühlen Getränken und kleinen Speisen versorgen können, während DJs an manchen Abenden für musikalische Untermalung sorgen und das Badeschiff zu einem beliebten Ort für entspannte Sommerabende machen. Der Blick von der Liegewiese über die Spree auf die gegenüberliegende Industriekulisse der Arena Berlin und die vorbeifahrenden Schiffe gehört zu den unverwechselbaren Eindrücken, die das Badeschiff von klassischen Freibädern unterscheidet und bei vielen Instagram-Fotos im Mittelpunkt steht. Im Winter verwandelt sich die Anlage in eine gänzlich andere Atmosphäre: Das Becken wird beheizt und mit einer transparenten Kuppel überdacht, sodass auch bei kaltem Wetter ein angenehmes Bad möglich ist, während mehrere Saunakabinen, darunter eine Schwitzhütte mit Blick auf den Fluss, für Entspannung sorgen. Diese Doppelnutzung als Sommerstrand und Winterspa macht das Badeschiff zu einer der wenigen Berliner Attraktionen, die zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert sind, und sorgt für ein abwechslungsreiches Angebot, das sowohl Touristen als auch Einheimische gleichermaßen anzieht.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zu Badeschiff
Das Badeschiff ist je nach Saison unterschiedlich geöffnet: In den Sommermonaten von Mai bis September hat die Außenanlage mit Strand und Pool meist von den Vormittagsstunden bis in den späten Abend geöffnet, während in den Wintermonaten die überdachte Saunalandschaft mit reduzierten, meist nachmittäglichen bis abendlichen Öffnungszeiten betrieben wird. Der Eintritt wird gestaffelt nach Tageszeit und Saison berechnet und liegt im Sommer bei einem moderaten Betrag pro Person, während für die Wintersauna aufgrund der zusätzlichen Infrastruktur und begrenzten Kapazität ein höherer Preis verlangt wird; aktuelle Preise und etwaige Vorverkaufstickets sind über die Website des Betreibers einsehbar. Die Anreise gestaltet sich unkompliziert über die nahegelegene S-Bahnstation Treptower Park, die von dort aus in wenigen Gehminuten entlang der Eichenstraße zum Eingang des Geländes führt, oder über die U-Bahnstation Schlesisches Tor, von der aus ebenfalls ein kurzer Spaziergang entlang der Spree möglich ist. Zahlreiche Buslinien bedienen zusätzlich die Umgebung, sodass die Anlage auch ohne eigenes Fahrzeug gut erreichbar ist. Parkmöglichkeiten in der direkten Umgebung sind begrenzt und meist kostenpflichtig, weshalb Besucher insbesondere an Wochenenden die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad bevorzugen sollten, zumal die Spreeufer in diesem Bereich über gut ausgebaute Radwege verfügen.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Badeschiff
Nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt der Treptower Park, eine der größten und bekanntesten Parkanlagen Berlins mit dem imposanten Sowjetischen Ehrenmal, das an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen sowjetischen Soldaten erinnert und zu den beeindruckendsten Denkmälern der Stadt zählt. Entlang der Spree erstreckt sich zudem die East Side Gallery mit ihren bemalten Mauersegmenten, die ebenfalls bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar ist und einen der bekanntesten Abschnitte der ehemaligen Berliner Mauer dokumentiert. Das direkt angrenzende Arena-Gelände mit seinen Veranstaltungshallen und Clubs ist für sein vielfältiges Kultur- und Nachtlebenangebot bekannt und veranstaltet regelmäßig Konzerte, Flohmärkte und Open-Air-Events, die sich hervorragend mit einem Besuch des Badeschiffs kombinieren lassen. Wer anschließend noch mehr von Berlins Spreeufer entdecken möchte, kann in Richtung Kreuzberg und Friedrichshain weiterschlendern, wo zahlreiche Bars, Cafés und Streetart-Ecken das urbane Flair des Berliner Ostens widerspiegeln.
Ergänzend lohnt sich ein Hinweis auf die besondere Atmosphäre an lauen Sommerabenden, wenn die Sonne über der Spree untergeht und das Licht die Wasseroberfläche des Pools in warmen Farben spiegelt: Zu dieser Zeit füllt sich die Strandbar zuverlässig mit Gästen, die den Feierabend bei einem kühlen Getränk ausklingen lassen, während leise Musik aus den Lautsprechern über das Gelände weht. Viele Berliner nutzen das Badeschiff zudem als Treffpunkt vor einem Konzertbesuch im benachbarten Arena-Gelände, da sich beide Angebote zeitlich und räumlich unkompliziert kombinieren lassen und so aus einem einfachen Freibadbesuch schnell ein ganzer Abend am Wasser wird.
Wo übernachten in Berlin, Deutschland
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