Münchner Stadtmuseum
Das Münchner Stadtmuseum residiert im ehemaligen Zeughaus der Altstadt, einem der ältesten weltlichen Gebäude der Stadt, und widmet sich der Geschichte Münchens von den Anfängen bis in die Gegenwart. Neben der eigentlichen Stadtgeschichte beherbergt das Haus bedeutende Spezialsammlungen zu Fotografie, Film, Mode und Musikinstrumenten, die es zu einem der vielseitigsten Museen Bayerns machen.
Geschichte des Zeughauses
Das Gebäude, in dem das Stadtmuseum untergebracht ist, wurde zwischen 1491 und 1500 als städtisches Zeughaus errichtet, also als Lagerstätte für Waffen und militärisches Gerät, und zählt damit zu den ältesten erhaltenen profanen Bauwerken der Münchner Altstadt. Die spätgotische Architektur mit ihrem markanten Staffelgiebel blieb über Jahrhunderte weitgehend unverändert erhalten, auch als das Gebäude seine ursprüngliche militärische Funktion längst verloren hatte. Erst im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wandelte sich das Zeughaus zu einem musealen Ort, an dem die Geschichte der Stadt selbst zum Ausstellungsthema wurde - ein für die damalige Zeit fortschrittlicher musealer Ansatz, der das Alltagsleben und die Entwicklung einer Großstadt in den Mittelpunkt rückte, statt sich allein auf höfische oder kirchliche Kunst zu konzentrieren.
Sammlungen & Highlights
Das Münchner Stadtmuseum gliedert sich in mehrere thematische Sammlungsbereiche: Die stadtgeschichtliche Dauerausstellung dokumentiert die Entwicklung Münchens vom mittelalterlichen Marktflecken zur modernen Metropole, während die international anerkannte Foto- und Filmsammlung zu den umfangreichsten ihrer Art in Deutschland zählt und auch Material zur Geschichte des NS-Propagandafilms umfasst. Besonders beliebt ist zudem die Musikinstrumentensammlung mit historischen Klavieren, Blasinstrumenten und einer bedeutenden Sammlung mechanischer Musikautomaten. Die Puppentheater- und Schaustellerei-Sammlung des Hauses gilt zudem als eine der weltweit bedeutendsten ihrer Art und dokumentiert eine lange bayerische Tradition des Volkstheaters.
Tipps für den Besuch & Anreise
Das Stadtmuseum liegt am St.-Jakobs-Platz mitten in der Altstadt, nur wenige Gehminuten vom Marienplatz entfernt, und ist mit den U-Bahn-Stationen Marienplatz oder Sendlinger Tor bequem erreichbar. Da sich Teile der Dauerausstellung im Zuge laufender Modernisierungsarbeiten verändern können, empfiehlt sich ein Blick auf die aktuelle Website des Museums vor dem Besuch, um den Stand der jeweils zugänglichen Ausstellungsbereiche zu prüfen.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Stadtmuseums
Direkt am St.-Jakobs-Platz liegen auch das Jüdische Museum München und die Hauptsynagoge Ohel Jakob, sodass sich ein Besuch gut mit einem Einblick in die jüdische Geschichte der Stadt verbinden lässt. Der Viktualienmarkt mit seinen traditionsreichen Ständen sowie der Marienplatz im Herzen der Altstadt sind ebenfalls nur wenige Gehminuten entfernt.
Die Moriskentänzer von Erasmus Grasser
Zu den berühmtesten Exponaten des Münchner Stadtmuseums zählen die sogenannten Moriskentänzer, zehn kunstvoll geschnitzte Holzfiguren des spätgotischen Bildschnitzers Erasmus Grasser aus dem Jahr 1480, die ursprünglich den Tanzsaal des Alten Rathauses schmückten. Die lebendig und teils grotesk dargestellten Tänzerfiguren in Bewegung gelten als Meisterwerke der spätgotischen Schnitzkunst und als eines der bedeutendsten erhaltenen Zeugnisse weltlicher Kunst dieser Epoche in Deutschland. Neben diesem Highlight dokumentiert das Stadtmuseum auch die Geschichte der Münchner Brauereikultur, des Handwerks und des städtischen Alltagslebens über die Jahrhunderte und bietet damit einen ganzheitlichen Blick auf die Entwicklung der Stadt, der weit über reine Kunstgeschichte hinausgeht und auch soziale und wirtschaftliche Aspekte des Münchner Lebens einbezieht.
St.-Jakobs-Platz als Ort der Begegnung
Der St.-Jakobs-Platz, auf dem das Stadtmuseum liegt, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem bedeutenden Ort interreligiöser und interkultureller Begegnung in München entwickelt: Direkt gegenüber dem Museum befinden sich sowohl das Jüdische Museum München als auch die Hauptsynagoge Ohel Jakob, die im Jahr 2006 eröffnet wurde und das jüdische Gemeindeleben der Stadt sichtbar in die Münchner Innenstadt zurückbrachte, nachdem die jüdische Gemeinde durch die NS-Verfolgung fast vollständig ausgelöscht worden war. Diese bewusste räumliche Nähe von Stadtgeschichtsmuseum, jüdischem Museum und Synagoge macht den Platz zu einem Ort, an dem sich Münchens vielschichtige Geschichte in besonders dichter Form erschließen lässt, und verleiht einem Besuch des Stadtmuseums eine zusätzliche stadthistorische Dimension.
Wo übernachten in München, Deutschland
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