Historisches Gebäude

Maximilianeum

Maximilianeum
Max-Planck-Str. 1, 81675 München
Inhalt

Das Maximilianeum thront hoch über der Isar am östlichen Ende der Maximilianstraße und ist seit 1949 Sitz des Bayerischen Landtags. Mit seiner imposanten Säulenfront und der erhöhten Lage zählt es zu den markantesten Bauwerken Münchens und verbindet königliche Stiftungsgeschichte mit moderner bayerischer Demokratie.

Geschichte des Maximilianeums

Das Gebäude wurde zwischen 1857 und 1874 unter König Maximilian II. errichtet, der mit der Maximilianstraße eine der vier großen Prachtstraßen Münchens schuf - neben Ludwigstraße, Brienner Straße und Prinzregentenstraße. Hauptarchitekt war Friedrich Bürklein, der das Gebäude bewusst auf einer Anhöhe am östlichen Isarufer platzierte, sodass es die Stadt gewissermaßen überragt und von der Maximilianstraße aus als krönender Abschluss der Sichtachse erscheint. Ursprünglich war das Maximilianeum nicht als Regierungsgebäude gedacht, sondern als Sitz einer von König Max II. gegründeten Stiftung zur Förderung besonders begabter bayerischer Studenten unabhängig von deren wirtschaftlichem Hintergrund - die Maximilianeum-Stiftung, die bis heute besteht und deren Stipendiaten teilweise noch im Gebäude wohnen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1949, wurde das Maximilianeum zum Sitz des neu gegründeten Bayerischen Landtags, dem Parlament des Freistaats Bayern, und beherbergte bis zu dessen Abschaffung 1999 zusätzlich den Bayerischen Senat.

Architektur & Lage

Die lange, von Säulen und Arkaden geprägte Fassade des Maximilianeums vereint Elemente verschiedener historischer Baustile, von romanischen bis hin zu byzantinischen Anklängen, und spiegelt damit den eklektizistischen Architekturgeschmack der Zeit König Maximilians II. wider. Im Inneren des Gebäudes befinden sich großformatige historische Gemälde, die bedeutende Szenen der Weltgeschichte darstellen und ursprünglich der Bildung der Stipendiaten dienen sollten. Die erhöhte Lage auf den Maximiliansanlagen bietet einen weiten Blick über die Isar zur Innenstadt und macht das Gebäude zu einem der am weitesten sichtbaren Wahrzeichen Münchens.

Tipps für den Besuch & Anreise

Das Maximilianeum ist über die gleichnamige U-Bahn-Station (U4, U5) sowie über die Maximiliansbrücke zu Fuß von der Altstadt aus erreichbar. Da es sich um ein aktives Parlamentsgebäude handelt, ist eine Innenbesichtigung in der Regel nur im Rahmen organisierter Führungen des Bayerischen Landtags möglich; entsprechende Termine und Informationen finden sich auf der Website des Landtags. Von außen und von den umliegenden Maximiliansanlagen aus lässt sich das Gebäude jedoch jederzeit frei besichtigen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Maximilianeums

Entlang der Maximilianstraße erreicht man zu Fuß das Nationaltheater und die Residenz im Herzen der Altstadt, vorbei an eleganten Boutiquen und Galerien. Auf der anderen Isarseite laden die Maximiliansanlagen zu einem Spaziergang entlang des Flusses ein, der sich gut mit einem Besuch des nahegelegenen Friedensengels verbinden lässt.

Der Maximilianstil

König Maximilian II. war mit der architektonischen Gestaltung der bestehenden Baustile seiner Zeit unzufrieden und schrieb in den 1850er Jahren einen öffentlichen Architekturwettbewerb aus, um einen neuen, eigenständigen "Maximilianstil" zu entwickeln, der historische Stilelemente - von der Gotik über die Romanik bis zu byzantinischen Formen - zu etwas Neuem verschmelzen sollte. Das Maximilianeum und die gesamte Maximilianstraße gelten als das konsequenteste bauliche Ergebnis dieses Wettbewerbs und damit als einzigartiges Zeugnis eines bewusst konstruierten, genuin bayerischen Architekturstils, der sich deutlich von den vorherrschenden Repräsentationsarchitekturen anderer deutscher Residenzstädte abhebt. Der Plenarsaal des Bayerischen Landtags, in dem die Abgeordneten heute tagen, befindet sich in einem später errichteten, dem historischen Hauptbau angegliederten Erweiterungsbau, der den funktionalen Anforderungen eines modernen Parlamentsbetriebs gerecht wird.

Die Maximilianeum-Stiftung heute

Die von König Maximilian II. gegründete Stiftung fördert bis heute jährlich eine kleine Zahl besonders begabter bayerischer Studierender unabhängig von deren finanziellem Hintergrund und ermöglicht ihnen kostenfreies Wohnen in historischen Räumen des Gebäudes während ihres Studiums an Münchner Hochschulen. Dieses über 160 Jahre alte Stipendienmodell zählt zu den traditionsreichsten seiner Art in Deutschland und sorgt dafür, dass im Maximilianeum bis heute neben dem politischen Betrieb des Landtags auch studentisches Leben stattfindet - eine ungewöhnliche Doppelnutzung, die das Gebäude von den meisten anderen Parlamentssitzen weltweit unterscheidet und seine ursprüngliche Stiftungsidee lebendig hält, auch wenn die politische Funktion heute im öffentlichen Bewusstsein dominiert.

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