Denkmal & Statue

Isartor

Isartor
Isartorplatz, 80331 München
Inhalt

Das Isartor am östlichen Rand der Altstadt ist eines von nur drei erhaltenen mittelalterlichen Stadttoren Münchens und zugleich eines der historisch bedeutsamsten. Mit seinem markanten Fresko, den beiden Rundtürmen und dem kuriosen Valentin-Karlstadt-Musäum im Torturm vereint es Stadtgeschichte und Münchner Humor auf engstem Raum.

Geschichte des Isartors

Das Isartor wurde 1337 unter Kaiser Ludwig dem Bayern als östliches Tor der zweiten Münchner Stadtbefestigung errichtet und bildete damit lange Zeit den Zugang zur Stadt von der Isarseite her. Das große Fresko an der stadtzugewandten Außenseite des Tores wurde erst 1835 vom Maler Bernhard von Neher geschaffen und zeigt den triumphalen Einzug Kaiser Ludwigs des Bayern nach seinem Sieg in der Schlacht bei Mühldorf 1322 über seinen Rivalen Friedrich den Schönen von Österreich - ein zentrales Ereignis der bayerischen Geschichte, das Ludwigs Machtanspruch als römisch-deutscher Kaiser festigte. Anders als viele andere Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung überstand das Isartor die großflächigen Schleifungen des 19. Jahrhunderts und blieb als eines von nur drei Stadttoren erhalten, neben dem Karlstor und dem Sendlinger Tor.

Architektur & Valentin-Karlstadt-Musäum

Das Isartor besteht aus einem hohen zentralen Torturm, flankiert von zwei runden Seitentürmen, eine für süddeutsche Stadttore typische Bauform, die sowohl repräsentativen als auch wehrtechnischen Zwecken diente. Im Torturm befindet sich heute das Valentin-Karlstadt-Musäum, ein skurriles kleines Museum, das bewusst mit einem altertümelnden "ä" geschrieben wird und den beiden berühmten Münchner Volkskünstlern Karl Valentin und Liesl Karlstadt gewidmet ist. Das Museum ist für seinen eigenwilligen Humor bekannt, der sich bis in die Ausstellungsgestaltung hinein fortsetzt, und bietet im obersten Stockwerk ein Café mit Blick über die Altstadt.

Tipps für den Besuch & Anreise

Das Isartor liegt direkt an der gleichnamigen S-Bahn-Station Isartor, die von zahlreichen Linien bedient wird und das Tor zu einem der am leichtesten erreichbaren historischen Bauwerke Münchens macht. Von hier aus ist es nur ein kurzer Spaziergang entlang der Isar oder in die Altstadt hinein. Öffnungszeiten des Valentin-Karlstadt-Musäums variieren und sollten vorab auf der Website des Museums geprüft werden, während das Tor selbst als Außenbauwerk jederzeit zu besichtigen ist.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Isartors

Nur wenige Gehminuten entfernt liegt das Deutsche Museum auf seiner Museumsinsel in der Isar, eines der meistbesuchten Museen der Stadt. Auch der Viktualienmarkt mit seinen Ständen für bayerische Spezialitäten ist in kurzer Distanz erreichbar, ebenso wie der Marienplatz im Herzen der Altstadt. Entlang der Isar lädt die Flusspromenade zudem zu einem entspannten Spaziergang flussaufwärts oder -abwärts ein.

Humor mit Tiefgang: Das Museum im Torturm

Das Valentin-Karlstadt-Musäum im Isartor setzt bewusst auf eine humorvolle, leicht absurde Präsentationsweise, die dem Geist seiner beiden Namensgeber entspricht: Karl Valentin gilt als einer der einflussreichsten Komiker des 20. Jahrhunderts, dessen sprachwitziges, oft hintergründiges Bühnenwerk bis heute Comedians und Kabarettisten inspiriert, während Liesl Karlstadt als seine kongeniale Bühnenpartnerin über Jahrzehnte hinweg eine Schlüsselrolle im Münchner Volkstheater spielte. Das Museum zeigt originale Requisiten, Fotografien und Dokumente aus Valentins und Karlstadts Leben und Schaffen und verbindet damit die mittelalterliche Architektur des Torturms mit einem ganz eigenen, typisch Münchner Humor. Die Nähe zum Deutschen Museum auf der benachbarten Museumsinsel macht das Isartor zudem zu einem naheliegenden ersten oder letzten Stopp bei einem Museumstag entlang der Isar.

Münchens drei erhaltene Stadttore im Vergleich

Zusammen mit dem Karlstor im Westen und dem Sendlinger Tor im Süden bildet das Isartor im Osten das letzte erhaltene Trio der einst weitaus umfangreicheren mittelalterlichen Stadtbefestigung Münchens, die im 19. Jahrhundert größtenteils dem wachsenden Verkehrsbedürfnis einer modernen Großstadt zum Opfer fiel. Während Karlstor und Sendlinger Tor im Zuge historisierender Umgestaltungen im 19. Jahrhundert ihr heutiges neugotisches Erscheinungsbild erhielten, blieb das Isartor der Bausubstanz nach näher an seinem mittelalterlichen Ursprung, was es architekturhistorisch zu einem besonders wertvollen Zeugnis macht. Die symmetrische Anordnung der drei Tore im Stadtgrundriss - einst jeweils die Hauptzugänge aus den vier Himmelsrichtungen - lässt sich bis heute im Stadtplan nachvollziehen und vermittelt ein Gefühl für die ursprüngliche Ausdehnung der mittelalterlichen Altstadt.

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