Park & Garten

Hirschgarten

Hirschgarten
Hirschgarten 1, 80639 München
Inhalt

Der Hirschgarten im Münchner Westen vereint einen der größten Biergärten der Welt mit einem kleinen, bis heute bestehenden Rotwildgehege und gehört damit zu den ungewöhnlichsten Freizeitorten der Stadt. Die Kombination aus traditioneller bayerischer Geselligkeit und ruhigem Parkgelände macht ihn sowohl bei Münchnern als auch bei Besuchern zu einem beliebten Ausflugsziel, besonders an warmen Sommerabenden.

Geschichte des Hirschgartens

Der Hirschgarten geht auf ein 1791 unter Kurfürst Karl Theodor angelegtes königliches Jagdrevier zurück, das ursprünglich der Hofjagd diente und in dem Rotwild für die fürstliche Jagdgesellschaft gehalten wurde. Im selben Jahr wie der ebenfalls unter Karl Theodor entstandene Englische Garten zählt der Hirschgarten zu den frühesten Grünanlagen Münchens, die im Geiste der Aufklärung schrittweise der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden - ein für die damalige Zeit fortschrittlicher Schritt, der den feudalen Charakter höfischer Jagdreviere aufbrach. Bis heute lebt im Hirschgarten ein kleiner Bestand an Rot- und Damwild in einem eingezäunten Gehege, das an die ursprüngliche Nutzung des Areals erinnert und besonders bei Familien mit Kindern beliebt ist.

Der Biergarten

Der zum Hirschgarten gehörende Biergarten entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem der größten der Welt und bietet unter dem Schatten alter Kastanienbäume Platz für schätzungsweise 8.000 Gäste. Wie bei traditionellen Münchner Biergärten üblich, dürfen Besucher im Selbstbedienungsbereich eigene Speisen mitbringen, solange sie Getränke vor Ort erwerben - ein Recht, das die Münchner Bürgerschaft 1995 in einem erfolgreichen Volksbegehren ausdrücklich gegen eine drohende Einschränkung verteidigte und das seither als "Brotzeit-Recht" fest zur bayerischen Biergartenkultur gehört. Die weitläufigen Kiesflächen unter den Bäumen vermitteln bis heute die ursprüngliche, unprätentiöse Atmosphäre eines klassischen Münchner Biergartens.

Tipps für den Besuch & Anreise

Der Hirschgarten liegt im Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg und ist mit der S-Bahn-Station Hirschgarten sowie mehreren Buslinien gut erreichbar, auch eine Anfahrt per Fahrrad vom nahen Schloss Nymphenburg aus ist beliebt. Da der Biergarten je nach Jahreszeit und Witterung unterschiedliche Öffnungszeiten hat, empfiehlt sich vor einem Besuch ein Blick auf aktuelle Informationen; der angrenzende Park und das Rotwildgehege sind hingegen ganzjährig frei zugänglich.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Hirschgartens

Nur eine kurze Fahrt entfernt liegt Schloss Nymphenburg mit seinem weitläufigen Schlosspark, der sich hervorragend mit einem Besuch des Hirschgartens zu einem entspannten Tag im Münchner Westen verbinden lässt. Auch der Botanische Garten München-Nymphenburg befindet sich in unmittelbarer Nähe und bietet eine weitere grüne Ergänzung zum Programm.

Warum Kastanienbäume im Biergarten?

Die charakteristischen Kastanienbäume, die den Hirschgarten wie viele traditionelle Münchner Biergärten prägen, wurden nicht zufällig gepflanzt: Ihr dichtes, schattenspendendes Blätterdach hält die darunterliegenden Bierkeller kühl, während ihr flaches Wurzelwerk - anders als bei vielen anderen Baumarten - die unterirdischen Gewölbe nicht beschädigt. Diese praktische Verbindung aus Ästhetik und Braukellertechnik aus dem 19. Jahrhundert prägt bis heute das typische Erscheinungsbild bayerischer Biergärten und erklärt, warum gerade Kastanien in dieser Funktion so verbreitet sind. Der Hirschgarten gilt mit seinem alten Baumbestand als besonders eindrucksvolles Beispiel dieser historischen Bautradition und vermittelt Besuchern damit nebenbei ein Stück bayerischer Braugeschichte, lange bevor moderne Kühltechnik diese Rolle übernahm.

Das Münchner Biergarten-Volksbegehren von 1995

Das Recht, im Selbstbedienungsbereich traditioneller Münchner Biergärten eigene Speisen mitzubringen, geriet in den 1990er Jahren durch Lärmschutzklagen von Anwohnern unter Druck, die teils drastische Einschränkungen der Öffnungszeiten zur Folge hatten. Als Reaktion darauf initiierten Münchner Bürger 1995 ein Volksbegehren zum Schutz der Biergartenkultur, das mit überwältigender Mehrheit angenommen wurde und seither den besonderen rechtlichen Status klassischer Biergärten wie dem Hirschgarten sichert. Dieses Ereignis gilt bis heute als einer der bekanntesten Fälle direkter Demokratie in der bayerischen Kommunalpolitik und zeigt, welchen hohen Stellenwert die Biergartenkultur im Selbstverständnis der Münchner Bevölkerung einnimmt - weit über die reine Gastronomie hinaus als Teil der städtischen Identität.

Teilen:

Wo übernachten in München, Deutschland

Vergleichen Sie aktuelle Hotelpreise und finden Sie die passende Unterkunft.