Hirschgarten
Der Hirschgarten im Münchner Westen vereint einen der größten Biergärten der Welt mit einem kleinen, bis heute bestehenden Rotwildgehege und gehört damit zu den ungewöhnlichsten Freizeitorten der Stadt. Die Kombination aus traditioneller bayerischer Geselligkeit und ruhigem Parkgelände macht ihn sowohl bei Münchnern als auch bei Besuchern zu einem beliebten Ausflugsziel, besonders an warmen Sommerabenden.
Geschichte des Hirschgartens
Der Hirschgarten geht auf ein 1791 unter Kurfürst Karl Theodor angelegtes königliches Jagdrevier zurück, das ursprünglich der Hofjagd diente und in dem Rotwild für die fürstliche Jagdgesellschaft gehalten wurde. Im selben Jahr wie der ebenfalls unter Karl Theodor entstandene Englische Garten zählt der Hirschgarten zu den frühesten Grünanlagen Münchens, die im Geiste der Aufklärung schrittweise der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden - ein für die damalige Zeit fortschrittlicher Schritt, der den feudalen Charakter höfischer Jagdreviere aufbrach. Bis heute lebt im Hirschgarten ein kleiner Bestand an Rot- und Damwild in einem eingezäunten Gehege, das an die ursprüngliche Nutzung des Areals erinnert und besonders bei Familien mit Kindern beliebt ist.
Der Biergarten
Der zum Hirschgarten gehörende Biergarten entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem der größten der Welt und bietet unter dem Schatten alter Kastanienbäume Platz für schätzungsweise 8.000 Gäste. Wie bei traditionellen Münchner Biergärten üblich, dürfen Besucher im Selbstbedienungsbereich eigene Speisen mitbringen, solange sie Getränke vor Ort erwerben - ein Recht, das die Münchner Bürgerschaft 1995 in einem erfolgreichen Volksbegehren ausdrücklich gegen eine drohende Einschränkung verteidigte und das seither als "Brotzeit-Recht" fest zur bayerischen Biergartenkultur gehört. Die weitläufigen Kiesflächen unter den Bäumen vermitteln bis heute die ursprüngliche, unprätentiöse Atmosphäre eines klassischen Münchner Biergartens.
Tipps für den Besuch & Anreise
Der Hirschgarten liegt im Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg und ist mit der S-Bahn-Station Hirschgarten sowie mehreren Buslinien gut erreichbar, auch eine Anfahrt per Fahrrad vom nahen Schloss Nymphenburg aus ist beliebt. Da der Biergarten je nach Jahreszeit und Witterung unterschiedliche Öffnungszeiten hat, empfiehlt sich vor einem Besuch ein Blick auf aktuelle Informationen; der angrenzende Park und das Rotwildgehege sind hingegen ganzjährig frei zugänglich.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Hirschgartens
Nur eine kurze Fahrt entfernt liegt Schloss Nymphenburg mit seinem weitläufigen Schlosspark, der sich hervorragend mit einem Besuch des Hirschgartens zu einem entspannten Tag im Münchner Westen verbinden lässt. Auch der Botanische Garten München-Nymphenburg befindet sich in unmittelbarer Nähe und bietet eine weitere grüne Ergänzung zum Programm.
Wo übernachten in München, Deutschland
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