Deutsches Museum
Das Deutsche Museum auf der Münchner Museumsinsel ist das größte Museum für Naturwissenschaft und Technik der Welt und zählt zu den meistbesuchten Museen Deutschlands. Mit rund 28.000 ausgestellten Objekten aus über 50 Fachgebieten bietet es Besuchern jeden Alters einen umfassenden Einblick in die Geschichte von Wissenschaft und Technik.
Geschichte des Deutschen Museums
Gegründet wurde das Museum 1903 von Oskar von Miller, einem Elektroingenieur, der mit der Gründung eine Institution schaffen wollte, die naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge für ein breites Publikum verständlich macht. Der heutige Hauptstandort auf der eigens aufgeschütteten Museumsinsel in der Isar wurde 1925 eröffnet. Aus einer Gesamtsammlung von mehr als 125.000 Objekten werden rund 28.000 in den Dauerausstellungen gezeigt - von historischen Flugzeugen über Bergwerksmodelle bis zu physikalischen Experimentieranlagen. In den vergangenen Jahren wurde ein Großteil der Ausstellungsflächen im Rahmen einer umfassenden Modernisierung ("Zukunftsinitiative") schrittweise erneuert.
Highlights der Sammlung
Zu den bekanntesten Exponaten zählen originale historische Flugzeuge aus der Frühzeit der Luftfahrt, das erste deutsche U-Boot U1 von 1906 sowie ein begehbarer, nachgebauter Bergwerksstollen, der die Arbeitsbedingungen im historischen Bergbau nachempfindet. Beliebt sind zudem die regelmäßigen Live-Vorführungen, etwa zu Hochspannungsexperimenten mit meterlangen Blitzen oder zum berühmten Foucaultschen Pendel, das die Erdrotation sichtbar macht. Neben dem Hauptgebäude betreibt das Deutsche Museum mit dem Verkehrszentrum auf dem Theresienhöhe-Gelände und der Flugwerft Schleißheim zwei weitere Standorte mit Schwerpunkten auf Mobilität beziehungsweise Luftfahrt.
Tipps für den Besuch & Anreise
Die Museumsinsel ist über die S-Bahn-Station Isartor oder mehrere Tramlinien gut erreichbar und liegt nur wenige Gehminuten vom Hofbräuhaus und der Altstadt entfernt. Aufgrund der schieren Größe des Museums empfiehlt es sich, einen ganzen Tag einzuplanen oder den Besuch gezielt auf bestimmte Abteilungen zu konzentrieren; aktuelle Öffnungszeiten und Informationen zu laufenden Modernisierungsarbeiten einzelner Ausstellungsbereiche sollten vorab auf der offiziellen Website geprüft werden.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Deutschen Museums
In der Nähe liegen das Müllersche Volksbad, ein Jugendstil-Hallenbad direkt an der Isar, sowie die Isar-Uferpromenade selbst, die sich hervorragend für einen Spaziergang nach dem Museumsbesuch eignet. Auch das Hofbräuhaus und der Viktualienmarkt sind von hier aus zu Fuß erreichbar.
Forschung und Bildungsauftrag
Über die reine Ausstellungstätigkeit hinaus versteht sich das Deutsche Museum auch als Forschungseinrichtung: Angegliedert ist ein eigenes Forschungsinstitut für die Geschichte der Naturwissenschaften und Technik, zudem verfügt das Haus über eine der größten Fachbibliotheken ihrer Art in Europa mit historischen Schriften, Patenten und technischen Zeichnungen. Dieser doppelte Auftrag aus musealer Vermittlung und wissenschaftlicher Forschung unterscheidet das Deutsche Museum von vielen anderen Technikmuseen weltweit und macht es auch für Fachpublikum und Studierende zu einer wichtigen Anlaufstelle, nicht nur für Familien und Schulklassen.
Planetarium und frühe Förderer
Ein beliebter Programmpunkt des Deutschen Museums ist das hauseigene Zeiss-Planetarium, eines der ältesten öffentlichen Planetarien seiner Art, das astronomische Phänomene unter einer großen Kuppel anschaulich vermittelt. Schon in der Gründungsphase konnte Oskar von Miller zahlreiche deutsche Industrieunternehmen - darunter frühzeitig auch die Firma Siemens - als Förderer und Objektspender gewinnen, was dem Museum von Beginn an eine enge Verbindung zur deutschen Industriegeschichte verlieh. Diese Tradition großzügiger Stiftungen und Dauerleihgaben setzt sich bis in die Gegenwart fort und ermöglicht es dem Museum, seine Sammlung kontinuierlich um aktuelle technische Entwicklungen zu erweitern.
Das Deutsche Museum für Kinder
Ein eigener Bereich des Museums, das sogenannte Kinderreich, richtet sich speziell an die jüngsten Besucher und ermöglicht ihnen auf spielerische Weise erste Begegnungen mit physikalischen Phänomenen - vom Wasserspielplatz bis zu einfachen mechanischen Experimentierstationen. Dieses pädagogische Angebot ergänzt die eher auf Jugendliche und Erwachsene ausgerichteten Hauptausstellungen und macht das Deutsche Museum zu einem der wenigen großen Technikmuseen, die bewusst auch für Familien mit sehr kleinen Kindern ein eigenständiges Programm bereithalten.
Bergbau und historische Buchbestände
Die Bergbau-Abteilung des Deutschen Museums zählt zu den ältesten und detailliertesten Ausstellungsbereichen des Hauses und führt Besucher durch originalgetreu nachgebaute Stollen verschiedener historischer Abbautechniken, vom mittelalterlichen Bergbau bis zur Industrialisierung. Ergänzt wird dieses Angebot durch die museumseigene Bibliothek, die seltene historische Fachbücher, frühe technische Patentschriften und Originalzeichnungen bedeutender Erfinder verwahrt - ein Schatz, der vor allem für wissenschaftshistorisch interessierte Besucher und Forschende von besonderem Wert ist.
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