Alter Peter (St. Peter)
Der Alter Peter, wie die Münchner ihre St.-Peters-Kirche liebevoll nennen, gilt als die älteste Pfarrkirche der Stadt und ist zugleich einer der beliebtesten Aussichtspunkte Münchens. Der Turm, der der Kirche ihren Spitznamen verleiht, überragt die Dächer der Altstadt unmittelbar südlich des Marienplatz.
Geschichte des Alter Peter
Der Überlieferung nach stand auf dem sogenannten Petersbergl bereits vor der offiziellen Gründung Münchens 1158 eine kleine Kapelle - die Kirche gilt damit womöglich als älter als die Stadt selbst. Ein verheerender Stadtbrand im Jahr 1327 zerstörte die ursprüngliche romanische Kirche weitgehend, sodass der heutige Bau im Kern aus der anschließenden gotischen Wiedererrichtung stammt. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das Innere im Stil des Barock umfassend umgestaltet. Der Turm selbst musste nach mehreren Bränden und schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wiederholt restauriert werden; die heutige Turmspitze mit neuem Geläut stammt im Wesentlichen aus der Wiederaufbauphase bis 1954.
Turmbesteigung & Innenraum
Wer die rund 300 Stufen der engen Wendeltreppe erklimmt, wird mit einem der bekanntesten Panoramablicke Münchens belohnt: Von der Aussichtsplattform aus liegen Marienplatz, die Zwillingstürme der Frauenkirche und bei besonders klarer Sicht sogar die Alpenkette in Reichweite des Blicks. Im Inneren der Kirche zieht neben dem barocken Hochaltar mit seiner Statue des heiligen Petrus besonders die Figur der heiligen Munditia die Aufmerksamkeit auf sich - ein mit Schmuck verziertes Skelett einer römischen Katakombenheiligen, das in einer Seitenkapelle aufbewahrt wird und zu den ungewöhnlicheren Sehenswürdigkeiten Münchens zählt.
Tipps für den Besuch & Anreise
Der Alter Peter liegt unmittelbar südlich des Marienplatz und ist von dort in weniger als einer Minute zu Fuß erreichbar. Der Turmaufstieg erfolgt über eine sehr enge Wendeltreppe ohne Aufzug, weshalb er für Personen mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet ist; aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise für den Turm sollten vorab online geprüft werden.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Alter Peter
In unmittelbarer Nähe liegen der Marienplatz mit dem Neuen Rathaus, der Viktualienmarkt sowie die Frauenkirche - allesamt in wenigen Gehminuten erreichbar und ideal für einen gemeinsamen Altstadtrundgang.
Der Blick vom Alten Peter: Münchens beliebtestes Fotomotiv
Der Panoramablick vom Turm des Alten Peter zählt zu den meistfotografierten Aussichten Münchens, da sich von hier aus nahezu alle wichtigen Wahrzeichen der Innenstadt gleichzeitig überblicken lassen - vom Neuen Rathaus über die Frauenkirche bis zum Olympiaturm in der Ferne. Diese zentrale, erhöhte Lage machte den Turm historisch auch zu einem wichtigen Orientierungspunkt und Feuerwachturm, von dem aus Stadtbrände frühzeitig erkannt werden konnten. Das Geläut der Kirche, bestehend aus mehreren historischen Glocken, gehört zu den traditionsreichsten Münchens und ist bei besonderen kirchlichen Anlässen noch heute weithin über der Altstadt zu hören.
Der Petersplatz am Fuß des Turms
Am Fuß des Kirchturms liegt der kleine, oft übersehene Petersplatz, der einen ruhigen Kontrast zum Trubel des nahen Marienplatz bildet. Von hier aus lässt sich die Fassade der Kirche in ihrer gesamten Höhe am besten überblicken, bevor man den Aufstieg auf den Turm beginnt. Fotografinnen und Fotografen schätzen den Alten Peter besonders zu den Rand-Tageszeiten: Im frühen Morgenlicht oder kurz vor Sonnenuntergang taucht die goldene Beleuchtung der umliegenden Dächer die Aussicht in ein besonders stimmungsvolles Licht, was den Turm zu einem beliebten Ziel für Fotoenthusiasten aus aller Welt macht.
Weitere Kunstschätze im Inneren
Neben dem Hochaltar und der heiligen Munditia beherbergt der Alter Peter zahlreiche weitere Seitenaltäre und Kunstwerke aus unterschiedlichen Jahrhunderten, die bei der barocken Umgestaltung des Innenraums sorgfältig zusammengestellt wurden. Diese Vielfalt an Stilepochen im Inneren - von gotischen Resten bis zu üppigem Barockschmuck - macht den Alter Peter zu einem kleinen, aber dichten Geschichtsbuch der Münchner Sakralkunst, das viele Besucher auf dem Weg zum Turm nur flüchtig wahrnehmen, obwohl es eine eigene, ausführlichere Betrachtung lohnt.
Die Glocken des Alten Peter
Das Geläut des Alten Peter besteht aus mehreren historischen Glocken unterschiedlichen Alters, von denen einige den Zweiten Weltkrieg überdauerten, während andere nach Kriegsschäden neu gegossen werden mussten. Zusammen bilden sie eines der traditionsreichsten Glockengeläute Münchens und sind, ähnlich wie bei der benachbarten Frauenkirche, fester Bestandteil der akustischen Stadtkulisse rund um den Marienplatz. Bei besonderen kirchlichen Festtagen läuten die Glocken des Alten Peter gemeinsam mit denen anderer Münchner Altstadtkirchen und erzeugen so ein eindrucksvolles, weithin hörbares Klangbild über der historischen Innenstadt.
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