Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud zählt zu den bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands und beherbergt eine der umfassendsten Sammlungen europäischer Malerei vom Mittelalter bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Mitten in der Kölner Altstadt, nur wenige Schritte vom Rathaus und dem Kölner Dom entfernt, vereint das Museum unter einem Dach die städtische Gemäldesammlung und die große Schenkung des Mäzenatenpaares Gérard und Marielies Corboud, die dem Haus 1994 ihre weltweit herausragende Sammlung impressionistischer und postimpressionistischer Werke übereignet haben. Von der Kölner Tafelmalerei des Mittelalters über flämische und holländische Barockmeister bis zu Claude Monet und Vincent van Gogh spannt sich hier ein Bogen durch mehr als 600 Jahre Kunstgeschichte. Das kubische Gebäude des Architekten Oswald Mathias Ungers, eröffnet im Januar 2001, bietet auf rund 3.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche Platz für Gemälde und Graphik und zählt selbst zu den architektonischen Landmarken der Kölner Innenstadt.
Geschichte von Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Die Geschichte des Museums reicht bis ins Jahr 1824 zurück, als der Kölner Kanoniker und Kunstsammler Ferdinand Franz Wallraf seine umfangreiche Sammlung der Stadt Köln vermachte. Der Kölner Kaufmann Johann Heinrich Richartz finanzierte wenig später den Bau eines repräsentativen Museumsgebäudes, das 1861 nach Plänen des Architekten Josef Felten am Rande der Altstadt eröffnet wurde und beiden Stiftern zu Ehren den Doppelnamen Wallraf-Richartz-Museum erhielt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das ursprüngliche Gebäude schwer beschädigt, ein Großteil der Sammlung konnte jedoch ausgelagert und gerettet werden. 1957 zog das Museum in einen Neubau von Rudolf Schwarz direkt neben die Kölner Philharmonie, bevor es sich 1986 vorübergehend mit dem benachbarten Museum Ludwig ein gemeinsames Haus teilte. Ein entscheidender Wendepunkt kam 1994, als das Schweizer Mäzenatenpaar Gérard und Marielies Corboud dem Museum seine bedeutende Sammlung impressionistischer Meisterwerke als Schenkung in Aussicht stellte, woraus die bis heute gültige Bezeichnung Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud entstand. Am 19. Januar 2001 bezog das Museum schließlich den heutigen, eigens dafür errichteten Kubus von Oswald Mathias Ungers in der Nähe des Rathauses, der erstmals ausreichend Raum für die stetig wachsende Sammlung bot. Seither hat sich das Haus als eines der publikumsstärksten Museen der Stadt etabliert und arbeitet kontinuierlich an der wissenschaftlichen Erschließung seiner mehr als 3.500 Gemälde und rund 75.000 grafischen Blätter umfassenden Bestände.
Highlights von Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Das Herzstück der mittelalterlichen Abteilung bildet die Kölner Malerschule mit Meisterwerken wie Stefan Lochners „Madonna im Rosenhag" aus der Zeit um 1448, einem der zartesten und meistreproduzierten Gemälde der deutschen Gotik. Daneben zeigt das Museum Tafelbilder von Meister Wilhelm und dem Meister der Heiligen Veronika, die zusammen die weltweit umfangreichste Sammlung kölnischer Tafelmalerei des 14. und 15. Jahrhunderts bilden. In der Barockabteilung begegnen Besucher Werken von Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck und Rembrandt van Rijn, flankiert von holländischen Genreszenen und Stillleben des 17. Jahrhunderts. Das 19. Jahrhundert ist mit Gemälden von Caspar David Friedrich, Wilhelm Leibl, Gustave Courbet und Max Liebermann vertreten und zeigt den Übergang von der Romantik zum Realismus und Symbolismus. Den größten Besuchermagneten stellt die Fondation Corboud dar: Mit Werken von Claude Monet, darunter mehrere Gemälde aus seiner Serie der Pappeln und Seerosen, sowie Bildern von Édouard Manet, Pierre-Auguste Renoir, Paul Signac und Vincent van Gogh besitzt das Museum die umfangreichste Sammlung impressionistischer und postimpressionistischer Kunst in Deutschland. Ergänzt wird die Gemäldesammlung durch das Graphische Kabinett mit rund 75.000 Handzeichnungen und Druckgraphiken, darunter Blätter von Albrecht Dürer, Leonardo da Vinci und Rembrandt, die wegen ihrer Lichtempfindlichkeit nur in wechselnden Sonderausstellungen gezeigt werden. Wechselausstellungen widmen sich regelmäßig einzelnen Künstlern, Epochen oder thematischen Schwerpunkten der Sammlung und ziehen durch international geliehene Leihgaben zusätzliche Besucher an. Das Museumsgebäude selbst, ein von Oswald Mathias Ungers entworfener Kubus aus hellem Naturstein, gilt mit seiner klaren, symmetrischen Raumfolge als eigenständiges architektonisches Erlebnis und bildet einen bewussten Kontrast zum gotischen Kölner Dom in unmittelbarer Nachbarschaft.
Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zu Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Wichtiger Hinweis für die Reiseplanung: Das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud ist seit dem 3. August 2026 wegen einer umfassenden Sanierung des Ungers-Baus sowie des gleichzeitig entstehenden Erweiterungsbaus auf dem Gelände des ehemaligen Kaufhauses Kutz vollständig geschlossen. Die Bauarbeiten, für die im Oktober 2025 der Grundstein des Neubaus nach Plänen der Architekten Christ & Gantenbein gelegt wurde, sollen nach aktuellem Stand bis Ende 2028 andauern; erst danach ist mit einer Wiedereröffnung beider Gebäudeteile zu rechnen. Reisende, die Köln in den kommenden Jahren besuchen, sollten das Museum daher nicht fest in ihre Planung aufnehmen und sich vor der Anreise auf der offiziellen Website über den aktuellen Baufortschritt und mögliche Interimsausstellungen an anderen Standorten informieren. Vor der Schließung war das Museum an sechs Tagen in der Woche geöffnet, dienstags geschlossen, mit verlängerten Öffnungszeiten am ersten Donnerstag im Monat; es ist zu erwarten, dass nach der Wiedereröffnung ein ähnliches Besuchsmodell gilt. Das Gebäude liegt zentral in der Altstadt-Nord an der Adresse Obenmarspforten, unweit des Kölner Rathauses, und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem erreichbar: Die Stadtbahnlinien 1, 7 und 9 sowie zahlreiche Buslinien halten an der nahegelegenen Haltestelle Rathaus beziehungsweise Appellhofplatz, von Köln Hauptbahnhof aus sind es nur wenige Gehminuten durch die historische Altstadt. Parkmöglichkeiten bieten mehrere öffentliche Parkhäuser in der Umgebung des Rathauses, da die gesamte Altstadt weitgehend verkehrsberuhigt ist.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Die Lage mitten in der Kölner Altstadt-Nord macht das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud zum idealen Ausgangspunkt für einen Museumsbummel durch die Innenstadt. Nur wenige Gehminuten entfernt erhebt sich der Kölner Dom mit seinem weltberühmten Schrein der Heiligen Drei Könige, während das Römisch-Germanische Museum direkt daneben die römische Vergangenheit der Stadt dokumentiert. Auch das Museum Ludwig mit seiner bedeutenden Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst liegt in unmittelbarer Nachbarschaft am Rande der Altstadt. Richtung Rhein führt der Weg zum historischen Fischmarkt und zur Kirche Groß St. Martin, deren markanter Kleeblattturm die Kölner Skyline mitprägt. Das Rathaus mit seinem gotischen Rathausturm und dem darunterliegenden jüdischen Museum MiQua ist ebenfalls nur einen kurzen Spaziergang entfernt. Wer die Kölner Genussmeile entdecken möchte, findet in der nahen Altstadt zahlreiche traditionelle Brauhäuser, in denen das lokale Kölsch-Bier serviert wird, sowie das Schokoladenmuseum am Rheinauhafen, das sich ebenfalls zu Fuß in rund fünfzehn Minuten erreichen lässt. Auch kulinarisch lohnt sich ein Abstecher in die unmittelbare Umgebung: In den engen Gassen rund um Alter Markt und Heumarkt reihen sich historische Giebelhäuser, gemütliche Weinstuben und kleine Boutiquen, die zusammen mit den nahegelegenen Museen einen ganztägigen Stadtbummel durch das historische Zentrum Kölns ermöglichen.
Wo übernachten in Köln, Deutschland
Vergleichen Sie aktuelle Hotelpreise und finden Sie die passende Unterkunft.