Denkmal & Statue

Sowjetisches Ehrenmal Treptow

Sowjetisches Ehrenmal Treptow
Puschkinallee, 12435 Berlin, Deutschland
Inhalt

Das Sowjetische Ehrenmal Treptow im Berliner Treptower Park ist die größte sowjetische Gedenkstätte außerhalb der ehemaligen Sowjetunion und zugleich einer der eindrucksvollsten Erinnerungsorte an den Zweiten Weltkrieg in ganz Europa. Auf einer Fläche von rund zehn Hektar erinnert die monumentale Anlage an die Soldaten der Roten Armee, die im Frühjahr 1945 in der Schlacht um Berlin gefallen sind.

Gleichzeitig ist das Ehrenmal ein Friedhof: Hier ruhen mehrere Tausend sowjetische Soldaten, häufig wird eine Zahl von rund 7.000 genannt. Wer die breiten Alleen, die riesigen Granitfahnen und die zwölf Meter hohe Soldatenstatue auf dem Grabhügel erlebt, versteht schnell, warum dieser Ort jedes Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus aller Welt anzieht.

Das Ehrenmal ist kostenlos zugänglich, liegt mitten im Grünen und lässt sich gut mit einem Spaziergang an der Spree verbinden. Für alle, die sich für Geschichte, Architektur oder die Zeit des Kalten Krieges interessieren, gehört ein Besuch zu den eindringlichsten Erlebnissen in Berlin.

Geschichte des Sowjetischen Ehrenmals Treptow

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschloss die sowjetische Militärverwaltung, in Berlin mehrere Ehrenmale für die gefallenen Soldaten der Roten Armee zu errichten. Neben den Anlagen im Tiergarten und in der Schönholzer Heide entstand im Treptower Park die größte und bekannteste dieser Gedenkstätten.

Für die Gestaltung wurde 1946 ein Wettbewerb ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt ein Team um den Architekten Jakow Belopolski und den Bildhauer Jewgeni Wutschetitsch. Beteiligt waren außerdem der Maler Alexander Gorpenko sowie die Ingenieurin Sarra Walerius. Die Bauarbeiten dauerten von 1946 bis 1949, Tausende Arbeitskräfte waren daran beteiligt.

Eingeweiht wurde das Ehrenmal am 8. Mai 1949, dem vierten Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht. Die zentrale Bronzefigur wurde in Leningrad gegossen und in mehreren Teilen nach Berlin gebracht. Als Vorbild für die Szene gilt die überlieferte Geschichte des Sergeanten Nikolai Masalow, der während der Kämpfe in Berlin ein deutsches Mädchen gerettet haben soll.

Zur Zeit der DDR lag das Ehrenmal in Ostberlin und war Schauplatz offizieller Staatsakte und Gedenkfeiern. Nach der Wiedervereinigung verpflichtete sich die Bundesrepublik Deutschland in Verträgen mit der Sowjetunion und später mit Russland, die sowjetischen Ehrenmale und Kriegsgräber dauerhaft zu erhalten und zu pflegen.

Zwischen 2003 und 2004 wurde die Anlage umfassend saniert, die Hauptstatue wurde dafür vorübergehend abgebaut und restauriert. Heute steht das Ehrenmal unter Denkmalschutz und wird vom Land Berlin gepflegt.

Highlights des Sowjetischen Ehrenmals Treptow

Die Anlage ist streng symmetrisch aufgebaut und folgt einer klaren Dramaturgie: Besucher werden Schritt für Schritt von der Trauer zum Gedenken an den Sieg geführt.

Die trauernde Mutter: Am Beginn der Hauptachse steht die Steinfigur einer knienden, trauernden Frau. Sie symbolisiert die Heimat, die um ihre gefallenen Söhne weint. Hinter ihr öffnet sich der Blick auf die gesamte Gedenkstätte.

Die Granitfahnen: Zwei gewaltige, stilisierte Fahnen aus rotem Granit flankieren den Zugang zum Gräberfeld. Vor ihnen knien zwei bronzene Soldaten mit gesenkten Köpfen. Einer verbreiteten Überlieferung zufolge soll der Stein aus der zerstörten Neuen Reichskanzlei stammen, belegt ist das allerdings nicht eindeutig.

Die Gräberfelder und Sarkophage: Im Zentrum liegen fünf großflächige Gräberfelder, unter denen die gefallenen Soldaten bestattet sind. Zu beiden Seiten reihen sich insgesamt 16 Steinsarkophage, die für die damaligen 16 Sowjetrepubliken stehen. Ihre Reliefs zeigen Szenen aus dem Krieg, die Inschriften auf Russisch und Deutsch zitieren Josef Stalin.

Der Soldat mit dem Kind: Den Abschluss bildet ein künstlicher Grabhügel, auf dem sich die berühmte Bronzestatue erhebt. Der rund 12 Meter hohe und etwa 70 Tonnen schwere Soldat trägt ein Kind auf dem Arm und zerschlägt mit einem gesenkten Schwert ein Hakenkreuz. Gemeinsam mit dem Sockel ragt das Monument rund 30 Meter in die Höhe.

Die Gedenkhalle: Im Sockel befindet sich eine runde Halle mit einem Mosaik von Alexander Gorpenko. Es zeigt Vertreter der sowjetischen Völker, die um die Gefallenen trauern. Die Halle ist nur zu besonderen Anlässen geöffnet, kann aber durch die Glastür betrachtet werden.

Besonders bewegend ist der Besuch am 8. und 9. Mai, wenn zahlreiche Menschen Blumen niederlegen und der Opfer des Krieges gedenken.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Sowjetischen Ehrenmal Treptow

Öffnungszeiten: Das Ehrenmal liegt im öffentlich zugänglichen Treptower Park und kann grundsätzlich jederzeit besucht werden. Bei Tageslicht ist die Wirkung der Anlage allerdings am stärksten, zudem ist der Park am Abend nur spärlich beleuchtet.

Eintritt: Der Besuch ist kostenlos. Tickets oder eine Reservierung sind nicht nötig. Führungen werden von verschiedenen Berliner Stadtführern angeboten und sind empfehlenswert, wenn man die Symbolik im Detail verstehen möchte.

Verhalten vor Ort: Da es sich um einen Friedhof handelt, wird respektvolles Verhalten erwartet. Picknicks, laute Musik oder Sport auf den Gräberfeldern sind unangebracht.

Anreise mit Bus und Bahn: Am bequemsten erreicht man das Ehrenmal über den Bahnhof Treptower Park, an dem die Ringbahnlinien S41 und S42 sowie die Linien S8, S9 und S85 halten. Vom Bahnhof geht man etwa 10 bis 15 Minuten zu Fuß durch den Park bis zum Haupteingang. Auch mehrere Buslinien halten in der Umgebung von Puschkinallee und Treptower Park.

Eingänge: Es gibt zwei Hauptzugänge mit steinernen Torbögen: einen an der Puschkinallee und einen auf der Seite der Straße Am Treptower Park.

Mit dem Auto oder Fahrrad: Parkplätze sind in der Umgebung begrenzt, an Wochenenden und bei schönem Wetter wird es schnell voll. Das Fahrrad ist eine gute Alternative, entlang der Spree führen angenehme Radwege.

Tipp: Für den Rundgang sollte man etwa 45 bis 60 Minuten einplanen. Bequemes Schuhwerk ist sinnvoll, da die Wege weitläufig sind.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Sowjetischen Ehrenmals Treptow

Der Treptower Park selbst ist einer der schönsten Volksparks Berlins. Weite Wiesen, alter Baumbestand und das Ufer der Spree laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Am Karpfenteich und am Rosengarten findet man ruhige Ecken zum Verweilen.

Nur wenige Gehminuten entfernt liegt die historische Sternwarte im Treptower Park, benannt nach dem Astronomen Friedrich Simon Archenhold. Sie beherbergt den längsten beweglichen Linsenfernrohr der Welt, den Großen Refraktor. Hier hielt Albert Einstein 1915 seinen ersten öffentlichen Vortrag in Berlin über die Relativitätstheorie.

Am Spreeufer legen im Sommer Ausflugsschiffe zu Rundfahrten ab. Über eine Brücke gelangt man zur kleinen Insel der Jugend, weiter südlich beginnt der Plänterwald mit dem ehemaligen Spreepark, der derzeit zu einem Kunst und Kulturpark umgestaltet wird.

Flussabwärts ragt die Aluminiumskulptur Molecule Man aus der Spree. Von dort ist es nicht mehr weit bis zur Oberbaumbrücke und zur East Side Gallery, dem längsten erhaltenen Abschnitt der Berliner Mauer. So lässt sich der Besuch am Ehrenmal ideal mit einem Tag rund um Friedrichshain und Kreuzberg verbinden.

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