Museum

Museum für Naturkunde

Museum für Naturkunde
Invalidenstraße 43, 10115 Berlin Webseite Tickets
Inhalt

Das Museum für Naturkunde in Berlin zählt zu den bedeutendsten naturkundlichen Museen Europas und beherbergt eine der größten wissenschaftlichen Sammlungen der Welt. Mit über 30 Millionen Objekten dokumentiert es 4,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte und die Entwicklung des Lebens. Im prächtigen wilhelminischen Gebäude an der Invalidenstraße 43 in Berlin-Mitte empfängt es jährlich Hunderttausende Besucher, die hier die faszinierende Welt der Dinosaurier, Minerale, präparierten Tiere und modernen Forschungsammlungen entdecken. Das Museum verbindet als integriertes Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft wissenschaftliche Exzellenz mit anschaulicher Wissensvermittlung und lädt dazu ein, die Vielfalt und Schönheit der Natur hautnah zu erleben. Besonders beeindruckend ist der zentrale Lichthof mit dem weltgrößten montierten Dinosaurierskelett, dem Brachiosaurus brancai, der Besucher sofort in die Jurazeit versetzt. Wer die Evolution, Biodiversität und die Geheimnisse unseres Planeten verstehen möchte, findet im Museum für Naturkunde einen unverzichtbaren Ort, der Geschichte, Forschung und Erlebnis auf einzigartige Weise verknüpft.

Geschichte des Museum für Naturkunde

Die Wurzeln des Museum für Naturkunde reichen bis in das Jahr 1810 zurück, als mit der Gründung der Friedrich-Wilhelms-Universität Unter den Linden in Berlin drei eigenständige Museen entstanden: das Anatomisch-Zootomische Museum, das Mineralogische Museum ab 1814 und das Zoologische Museum. Diese Einrichtungen bildeten den Grundstock der heutigen Sammlung, die durch Schenkungen, Ankäufe und zahlreiche Expeditionsfunde stetig wuchs. Um 1880 füllten die Bestände bereits zwei Drittel des Universitätsgebäudes, sodass ein eigenes Haus notwendig wurde. Am 2. Dezember 1889 eröffnete Kaiser Wilhelm II. feierlich das neue Museumsgebäude an der Invalidenstraße, das nach Plänen des Architekten August Tiede errichtet worden war. Es sollte das Zentrum eines naturwissenschaftlich-technischen Instituts- und Museumskomplexes werden. Eine damals revolutionäre Entscheidung war die Trennung in Schausammlung für das Publikum und Hauptsammlung für die Forschung, ein Modell, das weltweit Nachahmer fand. In den Jahren 1909 bis 1913 brachte die berühmte Tendaguru-Expedition unter Leitung von Werner E. M. Janensch nach Deutsch-Ostafrika, dem heutigen Tansania, rund 230 Tonnen Dinosaurierknochen nach Berlin. Diese Funde wurden in den 1930er-Jahren im Lichthof zu imposanten Skeletten montiert und formten das Herzstück der Ausstellung. Der Zweite Weltkrieg hinterließ schwere Schäden, insbesondere am Ostflügel, doch etwa 75 Prozent der Bestände konnten gerettet werden. Das Museum war eines der ersten, das nach dem Krieg wiedereröffnete. Nach jahrzehntelanger Zugehörigkeit zur Humboldt-Universität wurde es 2009 als Stiftung des öffentlichen Rechts in die Leibniz-Gemeinschaft überführt und trägt seither den Namen Museum für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung. Heute bewahrt es über 30 Millionen Objekte und setzt mit dem Zukunftsplan „Museum Evolution“ Maßstäbe für die moderne Museumslandschaft, indem es Forschung, Sammlung und gesellschaftlichen Dialog enger verknüpft.

Highlights im Museum für Naturkunde

Im Museum für Naturkunde erwartet Besucher eine Fülle von Highlights, die wissenschaftliche Bedeutung mit spektakulärer Präsentation verbinden. Dominierend im zentralen Lichthof steht das weltgrößte montierte Dinosaurierskelett, der Brachiosaurus brancai, auch als Giraffatitan bekannt, der mit einer Höhe von 13,27 Metern den Guinness-Weltrekord hält. Dieses imposante Exemplar stammt aus der Tendaguru-Expedition und lebte vor etwa 150 Millionen Jahren in der späten Jurazeit. Direkt daneben thront das berühmte Berliner Exemplar des Archaeopteryx lithographica, eines der am besten erhaltenen Fossilien des „Urvogels“ und ein entscheidendes Bindeglied zwischen Dinosauriern und modernen Vögeln. Die Ausstellung „Dinosaurs!“ präsentiert erstmals Dinosaurier aus den drei Erdzeitaltern Trias, Jura und Kreide und ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Welt der Riesenechsen. Ein weiteres Highlight ist die Nass-Sammlung, in der rund eine Million Präparate aller Tiergruppen in insgesamt 80 Tonnen Alkohol hinter Glas konserviert sind – eine der modernsten und umfangreichsten Forschungssammlungen weltweit. Die Biodiversitätswand mit über 3.000 verschiedenen Tierarten veranschaulicht eindrucksvoll die Artenvielfalt unseres Planeten. In der Mineraliensammlung, der größten Deutschlands, finden sich 65 Prozent aller bekannten Mineralienarten sowie kostbare Stücke aus Gold, Silber, Platin und Bernstein. Die Ausstellung „Evolution in Aktion“ erklärt die Mechanismen der Evolution anhand anschaulicher Objekte und interaktiver Stationen. Weitere Höhepunkte sind die historischen Dioramen, die präparierten Tiere wie der berühmte Eisbär Knut und die farbenprächtigen Insektenmodelle von Keller. Die Ausstellung „System Erde“ führt in die Dynamik unseres Planeten ein, von Vulkanismus über Klimawandel bis zu den Prozessen der Erdgeschichte. Auch die Vogelsammlung wird derzeit im Rahmen von „ZUGvögel – Collection in Motion“ sichtbar gemacht und bietet seltene Einblicke in den Umzug und die wissenschaftliche Arbeit hinter den Kulissen. Jedes dieser Highlights ist sorgfältig ausgewählt und wissenschaftlich fundiert, sodass Besucher nicht nur staunen, sondern auch verstehen, wie Forschung und Naturkunde miteinander verknüpft sind.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Museum für Naturkunde

Das Museum für Naturkunde ist dienstags bis freitags von 9:30 bis 18:00 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Montags bleibt das Haus geschlossen. Der letzte Einlass erfolgt jeweils 30 Minuten vor Schließung. An ausgewählten Feiertagen wie Neujahr, Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten und dem Tag der Deutschen Einheit gelten die Wochenendöffnungszeiten. Geschlossen ist das Museum am 24., 25. und 31. Dezember. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 11,00 Euro, für Kinder ab sechs Jahren sowie Ermäßigungsberechtigte 5,00 Euro. Familientickets für zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern unter 14 Jahren kosten 18,00 Euro, Mini-Familientickets für eine erwachsene Person mit bis zu zwei Kindern 12,00 Euro. Gruppen ab zehn Personen zahlen 8,00 Euro pro Erwachsenem und 2,00 Euro pro Ermäßigtem. Jahreskarten sind für 35,00 Euro (Erwachsene) bzw. 23,00 Euro (ermäßigt) erhältlich. Tickets können vor Ort oder online im Ticketshop gebucht werden; Zeitfenster-Tickets werden empfohlen, um Wartezeiten zu vermeiden. Mit dem Museumspass Berlin oder der Berlin WelcomeCard ist der Eintritt ermäßigt oder kostenfrei möglich. Die Anreise erfolgt am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Die U-Bahn-Station Naturkundemuseum (U6) sowie die Tram-Linien M5, M8, M10 und M12 liegen nur 300 Meter entfernt. Vom S-Bahnhof Hauptbahnhof sind es etwa 1.300 Meter Fußweg, vom S-Bahnhof Nordbahnhof 900 Meter. Busse der Linien 120, 123, 142, 245 und N40 halten am Invalidenpark, ebenfalls 300 Meter entfernt. Parkplätze am Museum gibt es nicht; in der Umgebung stehen kostenpflichtige Parkhäuser zur Verfügung. Für einen entspannten Besuch empfiehlt sich ein Vormittag unter der Woche, wenn weniger Andrang herrscht. Die empfohlene Aufenthaltsdauer beträgt zwei bis drei Stunden, um die wichtigsten Ausstellungen in Ruhe zu erleben. Praktische Tipps: Große Taschen und Koffer dürfen nicht mit in die Ausstellung, Garderoben und Schließfächer stehen zur Verfügung. Barrierefreie Zugänge und Rollstühle sind vorhanden.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Museum für Naturkunde

In unmittelbarer Nähe des Museum für Naturkunde eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten, den Besuch zu einem abwechslungsreichen Tag in Berlin-Mitte zu gestalten. Das Museum gehört zur MuseumsMeileMitte, einem Verbund von vier bedeutenden Einrichtungen, die fußläufig erreichbar sind. Nur wenige Minuten entfernt liegt das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité, das auf dem Campus Charité Mitte die Geschichte der Medizin über 300 Jahre hinweg präsentiert und mit seiner Dauerausstellung „Dem Leben auf der Spur“ fasziniert. Ebenfalls in der Nähe befindet sich das Futurium, das Zukunftsthemen interaktiv erlebbar macht und zu Visionen über Gesellschaft, Technik und Nachhaltigkeit einlädt. Der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart bietet zeitgenössische Kunst in einem historischen Bahnhofsgebäude und ergänzt den naturkundlichen Fokus um künstlerische Perspektiven. Der Invalidenpark direkt vor dem Museum lädt zu einer kurzen Pause ein, und der nahegelegene Berliner Hauptbahnhof verbindet bequem zu weiteren Stadtteilen. Wer etwas weiter geht, erreicht in etwa 15 bis 20 Minuten die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße, die an die geteilte Stadt erinnert. Die Friedrichstraße mit ihren Einkaufsmöglichkeiten und Cafés liegt ebenfalls in erreichbarer Nähe. So lässt sich der Besuch im Museum für Naturkunde ideal mit Kultur, Geschichte und urbanem Flair verbinden und zu einem unvergesslichen Berlin-Erlebnis ausbauen.

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