Museum

Deutsches Historisches Museum

Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2, 10117 Berlin Webseite Tickets
Inhalt

Das Deutsche Historische Museum in Berlin ist das nationale Geschichtsmuseum Deutschlands und ein zentraler Ort für die Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit im europäischen Kontext. Es befindet sich in der historischen Mitte Berlins am Boulevard Unter den Linden und vereint zwei architektonisch bedeutende Gebäude: das barocke Zeughaus und den modernen Pei-Bau des Architekten I. M. Pei. Während das Zeughaus derzeit für umfassende Sanierungsarbeiten und die Neukonzeption der ständigen Ausstellung geschlossen ist, präsentiert der Pei-Bau wechselnde Sonderausstellungen zu prägenden Epochen, Ereignissen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Mit einer Sammlung von rund einer Million Objekten und einem umfangreichen Bildungsangebot lädt das Museum dazu ein, Geschichte lebendig und multiperspektivisch zu erfahren. Der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist frei, und das Haus zieht zahlreiche Besucher an, die sich mit den großen Linien und den alltäglichen Facetten der deutschen Geschichte beschäftigen möchten. Als Ort der Vermittlung und Diskussion bietet das Deutsche Historische Museum einen unverzichtbaren Zugang zu historischen Zusammenhängen und aktuellen Fragen der Erinnerungskultur.

Geschichte des Deutschen Historischen Museums

Das Deutsche Historische Museum wurde 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins von der damaligen Bundesrepublik Deutschland und dem Land Berlin gegründet. Bundeskanzler Helmut Kohl unterzeichnete das Gründungsdokument, und die Bundesregierung legte den Grundstein für ein nationales Geschichtsmuseum. Mit der deutschen Wiedervereinigung 1990 übernahm das Haus die Gebäude und Sammlungen des Museums für Deutsche Geschichte der DDR und wurde damit zu einem gesamtdeutschen Museum. Das historische Zeughaus, ein bedeutender Barockbau aus dem 18. Jahrhundert, diente lange als Hauptstandort der ständigen Ausstellung „Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen“, die rund 1500 Jahre deutscher Geschichte im europäischen Kontext präsentierte. 2003 eröffnete der Erweiterungsbau von I. M. Pei, der als modernes Ausstellungsgebäude für Wechselausstellungen konzipiert wurde. Seit 2009 ist das Museum eine Stiftung des öffentlichen Rechts unter alleiniger Trägerschaft des Bundes. Derzeit wird das Zeughaus grundlegend saniert und für eine neue Kernausstellung vorbereitet, sodass die ständige Ausstellung vorübergehend geschlossen bleibt. In dieser Phase konzentriert sich das Museum auf die wechselnden Ausstellungen im Pei-Bau und auf digitale Angebote wie das Lebendige Museum Online (LeMO). Die Geschichte des Hauses spiegelt damit selbst die deutsche Teilung und Wiedervereinigung wider und unterstreicht seinen Auftrag als Ort der gesamtdeutschen Erinnerung und wissenschaftlichen Auseinandersetzung.

Highlights des Deutschen Historischen Museums

Zu den Highlights des Deutschen Historischen Museums gehören die wechselnden Sonderausstellungen im Pei-Bau, die sich mit zentralen Themen der deutschen und europäischen Geschichte beschäftigen. Der von I. M. Pei entworfene Bau beeindruckt mit seiner gläsernen Architektur, der markanten Wendeltreppe und den großzügigen Ausstellungsräumen, die moderne Präsentationsformen ermöglichen. Während der Schließung des Zeughauses bilden diese Wechselausstellungen den Kern des Besuchserlebnisses und behandeln Themen wie gesellschaftliche Entwicklungen, politische Umbrüche, Alltagsgeschichte und internationale Verflechtungen. Die Sammlung des Museums umfasst etwa eine Million Objekte, darunter historische Dokumente, Fotografien, Alltagsgegenstände, Plakate und Kunstwerke, die in den Ausstellungen gezielt eingesetzt werden. Ergänzend bietet das Haus Audioguides, öffentliche Führungen und digitale Formate an, die den Besuch vertiefen. Das Zeughauskino im Pei-Bau zeigt historische Filme und Dokumentationen, die den thematischen Rahmen erweitern. Die Bibliothek des Museums mit umfangreichen Beständen an Handschriften und alten Drucken steht Forschenden und Interessierten zur Verfügung. Architektonisch bildet der Kontrast zwischen dem historischen Zeughaus und dem modernen Pei-Bau selbst ein Highlight und illustriert den Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Ausstellungen legen Wert auf multiperspektivische Zugänge und laden dazu ein, Geschichte nicht als feste Erzählung, sondern als Gegenstand kritischer Reflexion zu verstehen. Für Familien und jüngere Besucher gibt es spezielle Angebote und den kostenfreien Eintritt bis 18 Jahre. So bleibt das Deutsche Historische Museum auch während der Sanierungsphase ein lebendiger Ort der historischen Bildung und des Diskurses.

Öffnungszeiten, Eintritt & Anreise zum Deutschen Historischen Museum

Das Deutsche Historische Museum ist im Pei-Bau täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Geschlossen ist das Haus am 15. Oktober 2026 und am 24. Dezember; am 31. Dezember gelten verkürzte Öffnungszeiten von 10:00 bis 14:00 Uhr, am 1. Januar von 12:00 bis 18:00 Uhr. Der Eintritt für eine Einzelausstellung beträgt 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro; das Kombiticket für alle aktuellen Ausstellungen kostet 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Familientickets und Gruppentickets ab 15 Personen sind vor Ort erhältlich. Am 9. November und 3. Dezember 2026 ist der Eintritt frei. Tickets können online oder an der Kasse erworben werden; eine Online-Buchung mit Zeitfenster wird empfohlen. Mit der Berlin WelcomeCard gibt es Ermäßigungen. Die Anreise erfolgt am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Die U-Bahn-Station Museumsinsel (U5) sowie die Stationen Unter den Linden und Friedrichstraße liegen in unmittelbarer Nähe. Busse der Linien 100 und 200 halten nahe dem Eingang. Der Museumseingang befindet sich im Pei-Bau, Hinter dem Gießhaus 3, 10117 Berlin. Die empfohlene Besuchsdauer beträgt ein bis zwei Stunden. Quiet Hours ohne Gruppenführungen gibt es dienstags von 16:00 bis 18:00 Uhr und samstags von 10:00 bis 12:00 Uhr. Barrierefreie Zugänge sind vorhanden. Praktische Hinweise: Das Zeughaus mit der ständigen Ausstellung ist derzeit geschlossen; der Besuch konzentriert sich auf die Wechselausstellungen im Pei-Bau.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Deutschen Historischen Museums

In unmittelbarer Nähe des Deutschen Historischen Museums liegen zahlreiche weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten, die sich hervorragend zu einem historischen und kulturellen Rundgang verbinden lassen. Das Humboldt Forum auf dem Schloßplatz ist nur wenige Schritte entfernt und präsentiert außereuropäische Sammlungen sowie Ausstellungen zur Berliner und brandenburgischen Geschichte. Die Museumsinsel mit dem Pergamonmuseum, dem Neuen Museum und der Alten Nationalgalerie liegt in direkter Nachbarschaft und bietet Weltkulturerbe der UNESCO. Entlang der Straße Unter den Linden erreichen Besucher die Staatsoper, das Bebelplatz und das Brandenburger Tor. Der Gendarmenmarkt mit dem Deutschen und Französischen Dom sowie dem Konzerthaus ist fußläufig erreichbar. Auch die Neue Wache als zentrale Gedenkstätte und der Lustgarten liegen in unmittelbarer Nähe. Wer etwas weiter geht, gelangt zum Alexanderplatz oder zum Reichstag. So lässt sich der Besuch des Deutschen Historischen Museums ideal mit weiteren Stationen der Berliner Geschichte, Kunst und Architektur kombinieren und zu einem umfassenden Erlebnis der historischen Mitte gestalten.

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