Theatinerkirche
Die Theatinerkirche St. Kajetan gehört zu den prächtigsten Sakralbauten Münchens und prägt mit ihrer leuchtend gelben Fassade und den markanten Zwillingstürmen das Erscheinungsbild des Odeonsplatzes entscheidend mit. Als eine der ersten hochbarocken Kirchen nördlich der Alpen nimmt sie in der bayerischen Architekturgeschichte eine Sonderstellung ein und zieht bis heute sowohl gläubige Besucher als auch kunsthistorisch Interessierte an.
Geschichte der Theatinerkirche
Die Theatinerkirche wurde ab 1663 im Auftrag von Kurfürstin Henriette Adelaide von Savoyen errichtet, die damit die lang ersehnte Geburt des Thronfolgers Max Emanuel feiern wollte, der nach Jahren kinderloser Ehe endlich zur Welt gekommen war. Die Kurfürstin, die aus Italien stammte, ließ den italienischen Baumeister Agostino Barelli aus Bologna kommen, der mit der Theatinerkirche einen der ersten hochbarocken Kirchenbauten nördlich der Alpen schuf und damit einen völlig neuen architektonischen Stil nach Bayern brachte. Nach Barellis Weggang führte der Schweizer Baumeister Enrico Zuccalli die Bauarbeiten fort und vollendete die charakteristische Kuppel. Die endgültige, heute weithin bekannte Fassade mit ihren verspielten Rokoko-Elementen entstand erst deutlich später, zwischen 1765 und 1768, nach Plänen von François de Cuvilliés dem Jüngeren, der damit den Übergang vom strengen Barock zum leichteren Rokoko-Stil vollzog. Die Kirche diente dem Orden der Theatiner, einer italienischen Ordensgemeinschaft, die eigens für den Kirchenbau nach München geholt wurde und der Kirche bis zur Säkularisation 1803 ihren Namen gab.
Architektur & Innenraum
Charakteristisch für die Theatinerkirche ist die ungewöhnliche, mostrichgelbe Fassadenfarbe, die sie unter den sonst eher gedeckten Münchner Kirchenbauten einzigartig macht und auf historische Pigmentrezepturen zurückgeht, die bei Restaurierungen bewusst beibehalten wurden. Die beiden 66 Meter hohen Türme und die markante Kuppel sind von vielen Punkten der Innenstadt aus sichtbar und bilden gemeinsam mit den Türmen der Frauenkirche die bekannte Münchner Stadtsilhouette. Im Inneren dominiert strahlend weißer Stuck in für den italienischen Hochbarock typischer Fülle, der sich deutlich von der sonst in Bayern verbreiteten farbenfroheren Rokoko-Innenausstattung unterscheidet. Unter der Kirche liegt die Wittelsbacher Fürstengruft, in der zahlreiche bayerische Herrscher beigesetzt sind, darunter Kurfürst Max Emanuel selbst, dessen Geburt den Anlass für den Kirchenbau gab, sowie König Otto von Griechenland, ein Sohn König Ludwigs I., der nach seiner Absetzung als griechischer König nach München zurückkehrte.
Tipps für den Besuch & Anreise
Die Theatinerkirche liegt direkt am Odeonsplatz und ist mit der gleichnamigen U-Bahn-Station (U3, U4, U5, U6) binnen weniger Gehminuten erreichbar, mitten im historischen Zentrum Münchens. Da es sich um eine aktive Pfarrkirche handelt, können Gottesdienste die Besichtigung zeitweise einschränken; aktuelle Öffnungszeiten für Besucher sind auf der Website der Pfarrei einsehbar. Der Besuch lässt sich hervorragend mit einem Spaziergang über den Odeonsplatz und durch die benachbarte Fußgängerzone der Theatinerstraße verbinden, die zu den elegantesten Einkaufsstraßen Münchens zählt.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Theatinerkirche
Direkt gegenüber liegt die Feldherrnhalle mit ihrer bewegten Geschichte, während die Residenz München mit ihren prunkvollen Innenräumen nur wenige Schritte entfernt ist. Nördlich schließt sich der Hofgarten an, von dem aus man den Englischen Garten erreicht, und südlich führt die Theatinerstraße direkt zum Marienplatz im Herzen der Altstadt. Auch die weltberühmten Pinakothek-Museen im Kunstareal liegen in bequemer Fußdistanz und lassen sich gut zu einem kunsthistorischen Tagesprogramm kombinieren.
Wo übernachten in München, Deutschland
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