Schloss & Burg

Residenz München

Residenz München
Residenzstr. 1, 80333 München Webseite
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Die Residenz München war von 1508 bis zum Ende der Monarchie 1918 Regierungssitz und Wohnpalast der bayerischen Herzöge, Kurfürsten und Könige und zählt mit rund 130 öffentlich zugänglichen Prunkräumen zu den größten innerstädtischen Schlossanlagen Deutschlands. Über vier Jahrhunderte hinweg immer wieder erweitert, vereint sie Baustile von der Renaissance über Barock und Rokoko bis zum Klassizismus.

Geschichte der Residenz München

Den Ursprung bildete eine kleinere Burganlage aus dem frühen 14. Jahrhundert, die ab 1508 unter Herzog Wilhelm IV. schrittweise zur Residenz ausgebaut wurde. Jede Herrschergeneration ergänzte die Anlage um neue Flügel und Säle im jeweils aktuellen Stil ihrer Zeit, sodass die Residenz heute ein einzigartiges Nebeneinander unterschiedlicher Epochen zeigt. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Komplex schwer durch Bomben beschädigt; der Wiederaufbau und die Restaurierung zogen sich über Jahrzehnte hin und sind in Teilen bis heute nicht vollständig abgeschlossen.

Antiquarium, Reiche Zimmer & Cuvilliés-Theater

Herzstück der Anlage ist das Antiquarium, ein rund 66 Meter langer Tonnengewölbesaal, den Herzog Albrecht V. zwischen 1568 und 1571 ursprünglich als Aufbewahrungsort für seine Antikensammlung errichten ließ, bevor er unter Wilhelm V. zum Festsaal umgebaut wurde. Mit seinen später hinzugefügten Deckenfresken bayerischer Städte und Landschaften gilt er als einer der größten und bedeutendsten Renaissancesäle nördlich der Alpen. Die sogenannten Reichen Zimmer, prunkvolle Rokoko-Gemächer von François de Cuvilliés, zählen zu den aufwendigsten erhaltenen Rokoko-Innenräumen Europas. Im gleichnamigen Cuvilliés-Theater, einem der schönsten Rokoko-Theater der Welt, blieben die kostbaren Innenausstattungselemente auch nach der Kriegszerstörung des ursprünglichen Saals erhalten und wurden in einem neuen Gebäudeteil originalgetreu wiederaufgebaut. In der Schatzkammer werden zudem die Kronjuwelen der Wittelsbacher sowie kostbare Reliquiare aufbewahrt - eine der bedeutendsten Schatzkammern Europas.

Tipps für den Besuch & Anreise

Die Residenz liegt zentral zwischen Odeonsplatz und Marienplatz und ist bequem zu Fuß oder mit der U-Bahn-Station Odeonsplatz erreichbar. Aufgrund der Größe der Anlage empfiehlt sich ausreichend Zeit für einen Besuch; Residenzmuseum, Schatzkammer und Cuvilliés-Theater können teils separat besichtigt werden. Aktuelle Öffnungszeiten und Ticketpreise sollten vorab auf der offiziellen Website geprüft werden.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Residenz

Direkt angrenzend liegt der Hofgarten mit dem Dianatempel, während am nahen Odeonsplatz die Theatinerkirche und die Feldherrnhalle zu sehen sind. Auch der Marienplatz ist von hier aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

Residenztheater und Allerheiligen-Hofkirche

Zur Residenz gehört auch das benachbarte Residenztheater, Heimstätte des Bayerischen Staatsschauspiels, das allerdings als eigenständiger Theaterbau erst im 20. Jahrhundert errichtet wurde und architektonisch nicht mit dem historischen Cuvilliés-Theater zu verwechseln ist. Ebenfalls Teil des Gesamtkomplexes ist die Allerheiligen-Hofkirche, eine im 19. Jahrhundert unter König Ludwig I. im byzantinisch-romanischen Stil errichtete Hofkirche, die nach schwerer Kriegszerstörung lange als Ruine stand, bevor sie saniert und für kulturelle Veranstaltungen nutzbar gemacht wurde. Diese Dichte an historischen Bauwerken auf engstem Raum macht die Residenz zu einem der komplexesten Denkmalensembles Deutschlands.

Der Grottenhof: Ein Relikt der Renaissance

Einer der ungewöhnlichsten Winkel der Residenz ist der sogenannte Grottenhof aus dem späten 16. Jahrhundert, dessen Wände vollständig mit Muscheln, Kristallen und bizarren Tuffsteinformationen verkleidet sind - eine für die Manierismus-Epoche typische, verspielte Form der Gartenkunst. In der Mitte des Hofes steht ein Perseus-Brunnen, der die griechische Sagengestalt mit dem abgeschlagenen Haupt der Medusa zeigt. Dieser kleine, versteckte Hof wird von vielen Besuchern übersehen, gilt unter Kennern der Residenz jedoch als einer ihrer stimmungsvollsten und am besten erhaltenen Bereiche aus der Renaissancezeit.

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