Hofbräuhaus München
Das Hofbräuhaus München ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und gilt als eines der berühmtesten Wirtshäuser der Welt. Mit seiner Geschichte als ehemalige Hofbrauerei, der charakteristischen Blasmusik und den langen Holztischen im großen Schwemme-Saal verkörpert es wie kaum ein anderer Ort bayerische Geselligkeit.
Geschichte des Hofbräuhaus
Gegründet wurde das Hofbräuhaus 1589 von Herzog Wilhelm V., der eine eigene Hofbrauerei einrichten ließ, um den bayerischen Hof unabhängig von teurem importiertem Bier aus Einbeck zu machen. Zunächst nahe der Residenz gelegen, zog die Brauerei 1607 an ihren heutigen Standort am Platzl um. Gebraut wurde zunächst nur dunkles Bier; das berühmte Weißbier kam erst 1602 hinzu, nachdem Herzog Maximilian I. sich das exklusive Weißbierbrau-Recht in Bayern gesichert hatte. Der breiten Öffentlichkeit zugänglich wurde das Hofbräuhaus erst 1828 unter König Ludwig I. Das heutige Gebäude am Platzl stammt im Wesentlichen aus einem Umbau von 1896/1897. Historisch bedeutsam, wenn auch ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte, ist die Tatsache, dass im großen Festsaal des Hofbräuhauses am 24. Februar 1920 die erste große öffentliche Versammlung der NSDAP mit der Vorstellung ihres 25-Punkte-Programms stattfand - ein historischer Fakt, der in seriösen stadtgeschichtlichen Darstellungen regelmäßig thematisiert wird.
Die Schwemme und bayerische Geselligkeit
Herzstück des Hauses ist die sogenannte Schwemme im Erdgeschoss, ein gewölbter Saal mit Platz für rund 1.300 Gäste, dessen bemalte Deckengewölbe bayerische Wappen und volkstümliche Motive zeigen. Hier sorgen traditionelle Blaskapellen für Stimmung, während Kellnerinnen literweise Bier in Steinkrügen servieren. Viele Stammgäste besitzen eigene, in verschließbaren Schränken aufbewahrte Bierkrüge - ein Brauch, der die lange Tradition des Hauses als festen Treffpunkt für Münchner Bürger widerspiegelt. Über der Schwemme liegen weitere Säle, die auch für private Feiern und Veranstaltungen genutzt werden.
Tipps für den Besuch & Anreise
Das Hofbräuhaus liegt nur wenige Gehminuten östlich des Marienplatz und ist von dort sowie von der Haltestelle Isartor gut zu Fuß erreichbar. Da das Haus zu den meistbesuchten touristischen Zielen Münchens zählt, ist es besonders an Wochenenden und während der warmen Jahreszeit oft stark frequentiert; wer es ruhiger mag, besucht es an einem Wochentag am späten Vormittag.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Hofbräuhaus
In unmittelbarer Nähe liegen der Marienplatz mit dem Neuen Rathaus, das Isartor als eines der erhaltenen mittelalterlichen Stadttore sowie der Viktualienmarkt mit seinem eigenen, kleineren Biergarten.
Das Hofbräuhaus in Lied und Popkultur
Kaum ein anderer Ort Münchens ist so tief in der populären Kultur verankert wie das Hofbräuhaus. Das bekannte Trinklied "In München steht ein Hofbräuhaus" trug maßgeblich zum weltweiten Ruf des Hauses bei und machte es schon im 20. Jahrhundert zu einem Sehnsuchtsort für Bierfreunde aus aller Welt. Diese internationale Strahlkraft führte dazu, dass in Städten wie Las Vegas oder Pittsburgh lizenzierte Hofbräuhaus-Gaststätten eröffnet wurden, die das Münchner Original-Konzept mit Blasmusik und bayerischer Küche originalgetreu nachbilden. Im Münchner Original selbst spiegelt sich diese Geschichte in unzähligen Fotografien, Wimpeln und Erinnerungsstücken wider, die Gäste aus aller Welt im Laufe der Jahrzehnte hinterlassen haben.
Wo übernachten in München, Deutschland
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