Kirche & Kathedrale

Frauenkirche München

Frauenkirche München
Frauenplatz 1, 80331 München Webseite
Inhalt

Die Frauenkirche, offiziell Domkirche Unserer Lieben Frau, ist mit ihren beiden markanten Zwiebeltürmen das unverwechselbare Wahrzeichen Münchens und von nahezu jedem Punkt der Innenstadt aus sichtbar. Als Hauptkirche des Erzbistums München und Freising seit 1821 ist sie zugleich die größte Kirche der bayerischen Landeshauptstadt und ein Pflichtziel für jeden Besucher der Altstadt.

Geschichte der Frauenkirche

Der heutige Bau wurde in der bemerkenswert kurzen Zeit von nur rund zwanzig Jahren errichtet: Herzog Sigismund legte 1468 den Grundstein, bereits 1488 konnte die Kirche geweiht werden. Für die damalige Zeit war dieses Bautempo außergewöhnlich und nur deshalb möglich, weil Baumeister Jörg von Halsbach auf Backstein statt auf teureren und langsamer zu verarbeitenden Naturstein setzte - eine pragmatische Entscheidung, die der Kirche ihren charakteristischen, schlichten Backsteingotik-Charakter verlieh. Die beiden Türme blieben zunächst unvollendet und erhielten erst 1525 ihre markanten Kuppeln im Stil der beginnenden Renaissance, die bis heute als eines der prägendsten Dachsilhouetten Deutschlands gelten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Frauenkirche schwer beschädigt, insbesondere das Dach und große Teile der Inneneinrichtung gingen verloren; der Wiederaufbau zog sich bis in die 1950er Jahre hin, wobei bewusst auf eine schlichte, zurückhaltende Innenraumgestaltung gesetzt wurde.

Architektur und Highlights im Inneren

Mit rund 109 Metern Länge und Platz für etwa 20.000 Menschen zählt die Frauenkirche zu den größten Hallenkirchen Süddeutschlands. Die beiden Türme erreichen eine Höhe von knapp 99 Metern und sind durch eine 2004 per Bürgerentscheid beschlossene Bauhöhenbegrenzung bis heute die höchsten Gebäude der Münchner Innenstadt. Im Inneren beeindruckt vor allem das schwarze Marmorkenotaph Kaiser Ludwigs des Bayern aus dem 17. Jahrhundert. Berühmt ist zudem der sogenannte Teufelstritt, ein dunkler Fußabdruck im Boden gleich hinter dem Haupteingang: Der Legende nach forderte der Baumeister den Teufel heraus, indem er die Fenster der Kirche so anlegte, dass sie von diesem einen Punkt aus unsichtbar blieben - der Teufel, der glaubte, einen fensterlosen und damit nutzlosen Bau finanziert zu haben, soll vor Wut mit dem Fuß aufgestampft haben, als er die Täuschung bemerkte.

Tipps für den Besuch & Anreise

Die Frauenkirche liegt nur wenige Gehminuten westlich des Marienplatz und ist bequem zu Fuß von dort oder von der Haltestelle Marienplatz (U-Bahn/S-Bahn) zu erreichen. Der Nordturm kann bestiegen werden und bietet einen der schönsten Panoramablicke der Stadt bis zu den Alpen bei klarer Sicht; aktuelle Öffnungszeiten für den Turmaufstieg sowie etwaige Eintrittspreise sollten vorab auf der offiziellen Website geprüft werden, da sie sich ändern können. Während Gottesdiensten ist die Besichtigung eingeschränkt.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Frauenkirche

In unmittelbarer Nähe liegen der Marienplatz mit dem Neuen Rathaus und seinem berühmten Glockenspiel sowie die Michaelskirche an der belebten Fußgängerzone Neuhauser Straße. Auch der Alte Peter mit seinem Aussichtsturm und der Viktualienmarkt sind in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar, sodass sich die Frauenkirche hervorragend in einen Altstadtrundgang einbinden lässt.

Orgeln, Musik und die Bischofsgruft

Als Bischofskirche des Erzbistums München und Freising seit 1821 - als Napoleon im Zuge der Neuordnung Europas die Verlegung des Bistumssitzes von Freising in die größere Residenzstadt München veranlasste - spielt die Frauenkirche bis heute eine zentrale Rolle im kirchlichen Leben Bayerns. Mehrere historische und moderne Orgeln prägen die Akustik des Innenraums und werden regelmäßig für Konzerte genutzt, von klassischer Kirchenmusik bis zu zeitgenössischen Kompositionen. In der Bischofsgruft unterhalb des Chorraums liegen zahlreiche Münchner Erzbischöfe sowie Mitglieder des Hauses Wittelsbach begraben, was der Kirche über ihre architektonische Bedeutung hinaus auch eine enge Verbindung zur bayerischen Geschichte verleiht.

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