Alte Pinakothek
Die Alte Pinakothek zählt zu den ältesten Gemäldegalerien der Welt und beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen europäischer Malerei vom Mittelalter bis zum frühen 19. Jahrhundert. Als Teil des Münchner Kunstareals bildet sie gemeinsam mit der Neuen Pinakothek und der Pinakothek der Moderne eines der dichtesten Museumsensembles Europas.
Geschichte der Alten Pinakothek
In Auftrag gegeben wurde das Gebäude von König Ludwig I., um die über Jahrhunderte von den bayerischen Herzögen und Kurfürsten - allen voran Wilhelm IV. und Albrecht V. im 16. Jahrhundert - zusammengetragene Gemäldesammlung der Wittelsbacher angemessen zu präsentieren. Architekt Leo von Klenze errichtete das Gebäude zwischen 1826 und 1836 nach strengen klassizistischen Prinzipien; es gilt als einer der ersten eigens für eine Museumsnutzung konzipierten Bauten der Welt und prägte den Begriff "Pinakothek" (griechisch für Bildergalerie) maßgeblich für spätere Museumsbauten. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt, Dach und oberes Stockwerk gingen weitgehend verloren. Beim Wiederaufbau in den 1950er Jahren unter Architekt Hans Döllgast entschied man sich bewusst gegen eine vollständige Rekonstruktion der zerstörten Fassadenteile: Die sichtbaren Ziegelflicken an der Außenfassade erinnern bis heute bewusst an die Kriegszerstörung, anstatt sie zu kaschieren - eine viel beachtete denkmalpflegerische Entscheidung.
Highlights der Sammlung
Zu den berühmtesten Werken zählt Albrecht Dürers Selbstbildnis im Pelzrock von 1500, eines der bekanntesten Selbstporträts der Kunstgeschichte. Die Sammlung besitzt zudem einen der umfangreichsten Bestände an Werken von Peter Paul Rubens weltweit, darunter das monumentale "Große Jüngste Gericht". Weitere Höhepunkte sind Raffaels Tempi-Madonna sowie Albrecht Altdorfers "Alexanderschlacht", ein Meisterwerk der Donauschule.
Tipps für den Besuch & Anreise
Die Alte Pinakothek liegt im sogenannten Kunstareal nahe der Universität und ist mit der Tram oder zu Fuß von der U-Bahn-Station Odeonsplatz aus gut erreichbar. Da sich im direkten Umfeld mehrere weitere Museen befinden, lässt sich ein Besuch hervorragend mit einem Abstecher in die Neue Pinakothek oder die Pinakothek der Moderne verbinden. Aktuelle Öffnungszeiten und etwaige vergünstigte Eintrittstage sollten vorab auf der offiziellen Website geprüft werden.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Alten Pinakothek
Nur wenige Gehminuten entfernt liegt die Pinakothek der Moderne mit Sammlungen zu moderner Kunst, Design und Architektur. Auch das Lenbachhaus mit seiner weltberühmten Sammlung des "Blauen Reiter" sowie der Königsplatz mit Glyptothek und Antikensammlungen sind fußläufig erreichbar.
Die Anfänge der Wittelsbacher Sammlung
Als eigentlicher Beginn der systematischen Sammeltätigkeit gilt häufig das Jahr 1528, als Herzog Wilhelm IV. eine Serie historischer Schlachtengemälde in Auftrag gab, die unter anderem Albrecht Altdorfers berühmte "Alexanderschlacht" hervorbrachte - bis heute eines der Hauptwerke der Alten Pinakothek. Über die folgenden Jahrhunderte erweiterten die bayerischen Herrscher die Sammlung kontinuierlich um italienische, niederländische, flämische und deutsche Meister. Auch ein Werk, das Leonardo da Vinci zugeschrieben wird, die sogenannte Madonna mit der Nelke, zählt zum Bestand und unterstreicht den internationalen Rang der Sammlung, die längst nicht nur bayerische oder deutsche Kunstgeschichte abbildet, sondern die europäische Malerei in ihrer gesamten Breite.
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